Mind-Akademie 2022

Verbindungen

Programm der Mind-Akademie 2022

„Kopf aus – Intuition an“ & viel Spaß beim Kritzeln: Verbindung zwischen Verstand und Bauchgefühl erleben Workshop

Dr. Sylvia Jung

Alle, die viel denken, kennen wohl das Phänomen: Man sucht krampfhaft nach einer Lösung, recherchiert viel, liest vielleicht nochmal und nochmal in dicken Büchern nach, aber kommt nicht weiter. Und dann, wie aus dem nichts: beim Essen zubereiten, Spazieren oder unter der Dusche – fliegt uns eine neue, hilfreiche Idee zu. Auch beim intuitiven Malen mit Bleistift, Fineliner oder Kuli, geben wir uns Freiraum, Bilder aus dem Bauch heraus entstehen zu lassen. Frei von Bewertung und Beurteilung können wir kreativ werden. Intuitives Zeichnen bzw. Kritzeln geht ohne feste Regeln – mit wenigen inspirierenden Impulsen, die ihr in diesem Workshop erhaltet. Vielleicht könnt ihr Ungewohntes entdecken, eure Phantasie wecken und euch dabei entspannt strecken ;-) Stifte und Papier werden gestellt.

Zu Dr. Sylvia Jung

Sylvia Jung ist Diplom-Psychologin, Systemische Therapeutin / Familientherapeutin (DGSF) und promovierte Gesundheitswissenschaftlerin. Ihre berufliche Laufbahn ist recht abwechslungsreich: wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni im Bereich Versorgungsforschung und Psychoonkologie, Organisationsberaterin & Coach, Projektmanagerin im Maximalversorgungs-Krankenhaus, Projektleiterin für IT-Projekte in Krankenhäusern und dann auf der Suche nach ihrem Platz in der „VUKA-agilen-New-Work-Welt“. Seit 2020 ist sie selbständig und hat ihre Berufung(en) gefunden. Mehr Informationen unter: www.health-mind.de/ueber-mich.html
Mit www.picture-mind.de gibt sie ihrer kreativen Seite Raum. Dort gibt es Online-Bildkarten für Beratung, Coaching, Therapie, Bildung und Zusammenarbeit zur Unterstützung von Erkenntnissen, Emotionen und Entwicklungen.

Bessere Entscheidungen mit Verstand und Gefühl Vortrag

Miriam Lorenzen

Manche glauben ja, Gefühle seien zutiefst unlogisch und daher bestmöglich zu unterdrücken. Andere beschwören ihr "Bauchgefühl" und ihre Intuition und werten die kühle Ratio ab. Mit beiden Ansätzen verzichtet man auf wertvolle Informationen, die bei Entscheidungen weiterhelfen können. Ich möchte in meinem Vortrag mit theoretischen Modellen und praktischen Anwendungsbeispielen Vernunft und Gefühle verbinden, einen Zugang zu der ganz eigenen Logik der Gefühle bieten und dazu einladen, auf die Botschaften der Gefühle zu hören, ohne ihnen blind zu folgen. (Für Kenner der Materie: Die meiste Theorie ist nachzulesen im DBT-Konzept nach Linehan & Bohus.)

Zu Miriam Lorenzen

Geboren 1987 bei Bremen verbrachte Miriam Lorenzen ihre Kindheit in Schleswig-Holstein im weiter nicht sonderlich interessanten Rendsburg. Nach Erwerb des Abiturs 2005 erholte sie sich einige Monate vom Leben in der Kleinstadt in Berlin, dann zog sie zum Psychologie-Studium nach Wien. Mit den dort gesammelten Erfahrungen ging es im höheren Semester nach Bielefeld, wo sie ihr Studium 2012 mit einer Arbeit über Intimate Partner Violence (Beziehungsgewalt) und dem Diplom-Titel abschloss. Mit der 2015 durch die postgraduale Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin erworbenen Approbation wurde sie sodann in einer psychosomatischen Tagesklinik in München mit DBT-Konzept tätig. 2020 erfolgte der Umzug ins Umfeld von Leipzig und die Geburt ihrer Tochter. Seit 2021 ist sie in einer ambulanten Psychotherapie-Praxis angestellt.

Beziehungstatus Mensch – Maschine: Selbstbestimmung als neue Herausforderung Vortrag

Clarissa Henning

Verbindungen – wir sind permanent verbunden, mit und durch Maschinen. Kommunikation ist heute nicht mehr (nur) als Sprache, Schrift oder Bild zu verstehen, sondern vornehmlich als Datenübertragung. Wir sind und fühlen uns nicht mehr nur verbunden mit anderen Menschen, sondern auch mit digitalen Diensten. Wir sprechen mit Alexa, Pepper oder Siri, die uns 24/7 begleiten. Mittels unserer Daten geben wir mehr über unsere Persönlichkeit preis, als wir selbst über uns wissen. Wer dieses Wissen wofür nutzt, können wir nicht überblicken. Denkt man an datengetriebene Zukunftstechnologien, bergen diese großes Potenzial zur Verbesserung unseres individuellen Lebens und zur Lösung gesellschaftlicher Probleme: (Teil-)Autonom fahrende Fahrzeuge, Pflegeroboter oder auch "nur" der Fitnesstracker an unserem Handgelenk. Warum wir dennoch die Möglichkeiten von digitalen Diensten mitgestalten sollten, damit wir neben den Potenzialen auch unsere (informationelle) Selbstbestimmung sichern.

Zu Clarissa Henning

Clarissa Henning ist seit Februar 2020 Referentin für Datenethik und Digitalkompetenz beim Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg. Seit Dezember 2020 ist sie persönliche Referentin des Landesbeauftragten Dr. Stefan Brink.
Zuvor war Clarissa Henning Wissenschaftliche Mitarbeiterin mit geschäftsführenden Tätigkeiten im Institut für Digitale Ethik (IDE) an der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart.
Ihr Magisterstudium der Neueren Deutschen Literatur- und Medienwissenschaft (HF), Psychologie und Älteren Deutschen Literatur- und Sprachwissenschaft (NF) schloss Clarissa Henning 2007 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ab.
Sie ist seit Jahren nebenberuflich als Lehrbeauftragte tätig. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Privatsphäre und Datenschutz, Privacy und Ethics by Design, Mediensemiotik (audio-visuelle Medien), Digitale Ethik (Mediennarrative, Big Data, Mensch-Maschine-Interaktion).

Connecting Worlds. Games und ihre Musik in anderen Medien und Musikgenres Vortrag

Dr. Melanie Fritsch

Spätestens seit Beginn der Coronapandemie sind digitale Spiele und die digitale Spielekultur auch als Orte musikalischer Aufführungen und insbesondere von ingame Konzerten verstärkt in den Blick gerückt. Mit einer Mischung aus Freude, Erstaunen, aber gelegentlich auch Entsetzen – je nach Ausrichtung des berichtenden Mediums – werden Auftritte, Live-Konzerte oder Plattenreleaseparties von Künstler*innen wie DJ Marshmello, Ava Max, Ariana Grande oder Travis Scott in „Fortnite“ oder virtuelle Clubkultur in Spielen wie „Minecraft“ kommentiert. Doch die Verbindungen von und der Austausch zwischen Games und ihrer Musik mit anderen Musikgenres und Medienformen reichen bis in die späten 1970er Jahre zurück.
Im Rahmen dieses Vortrages wird zunächst das Forschungsfeld der Ludomusicology skizziert. Anschließend werden anhand einiger Beispiele die vielfältigen Verbindungen zwischen Games und ihrer Musik mit anderen Musikgenres und Medienformen aufgezeigt.

Zu Dr. Melanie Fritsch

Dr. phil. Melanie Fritsch ist seit Oktober 2020 Juniorprofessorin für Medienkulturwissenschaft mit Schwerpunkt Game Studies und angrenzende Gebiete an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
Ihre an der Universität Bayreuth verfasste Dissertation „Performing Bytes. Musikperformances der Computerspielkultur“ wurde 2018 bei Königshausen & Neumann veröffentlicht. Zusammen mit Dr. Tim Summers (Royal Holloway) hat sie 2021 den „Cambridge Companion to Video Game Music“ herausgegeben.
Sie ist Mitglied der Ludomusicology Research Group, im Sprecher*innenteam der AG Games der Gesellschaft für Medienwissenschaft und im Arbeitskreis Geschichtswissenschaft und Digitale Spiele. Sie ist außerdem Mitbegründerin der Society for the Study of Sound and Music in Games und des „Journal of Sound and Music in Games”, sowie der AG Spiele (Verband „Digital Humanities im deutschsprachigen Raum“).

Corona-Denkräume: Miteinander Denken auch in schwierigen Zeiten zu schwierigen Themen Vortrag

Dr. Jürgen von Oertzen

Im verschärften Diskurs über Corona haben viele Menschen Unverständnis, Abwertung und (persönliche) Angriffe erlebt. Vielfach bildeten sich außerdem Meinungs-„Bubbles“. Beides behindert den friedlichen, konstruktiven Austausch von Mensch zu Mensch, wie er in Familien, Organisationen und der freiheitlich-demokratischen Gesellschaft insgesamt so wichtig ist.
Aus meinem eigenen Ohnmachtsgefühl heraus habe ich im Winter 2021/22 das Konzept der Denkräume („Thinking Environment“®) auf Corona angewandt als Angebot zum Gespräch „über Impfgrenzen hinweg“ und um durch gutes Denken zu guten Entscheidungen zu kommen – mit teils überwältigender Resonanz.
Wie funktionieren die Denkräume? Und welcher Nerv war da getroffen? Darüber möchte ich gerne mit Euch zusammen nachdenken (teils als Vortrag, teils interaktiv), natürlich auch im Hinblick auf den Nutzen für zukünftige Denkräume zu zukünftigen Themen (Waffenlieferungen, Energieknappheit…).
Mehr Infos unter www.coronadenken.de

Zu Dr. Jürgen von Oertzen

Jürgen von Oertzen studierte Physik, Politik und Mediation (in dieser zeitlichen Reihenfolge, aber mit umgekehrter Ernsthaftigkeit), war einige Jahre in der Wissenschaftswelt unterwegs (Uni Hamburg, Uni Kingston-Upon-Hull, TU Dresden, Uni Halle) und ist seit 2005 mit Leib und Seele Mediator und Konfliktmanager (seit 2010 auch Mediationsausbilder) im Mediationsbüro Einigungshilfe. Er ist etwas empfindlich auf irrationale Politik (Corona!) und daher seit 2020 politisch grün aktiv.

Das Immunsystem Vortrag

Prof. Martin Herrmann

Ich werde das Immunsystem in Menschen behandeln. Funktionen und Defekte in der Abwehr von Infektionen und Tumoren und die immunologische Toleranz des eigenen Körpers und eigener Gewebe aufzeigen. Ich werde auch die Toleranz und den Toleranzverlust gegenüber Fremdem diskutieren.
Von Geburt bis Tod. In gewohnter und in fremder Umgebung. Von Couch Potatoes und Sport Junkies. Vor der Pubertät, als Erwachsener und bei Schwangeren, nach den Wechseljahren (auch denen des Mannes).

Zu Prof. Martin Herrmann

General Information
Herrmann, Martin PhD, MD
Professor for experimental medicine; Extraordinarius
Department of Internal Medicine 3, Rheumatology and Immunology
University Hospital Erlangen (UKER), FAU Erlangen-Nürnberg

Academic Education with Graduation
1997 Habilitation (Dr. med. habil.)
1983 – 1987 Thesis (PhD)
1977 – 1982 Studies of Biochemistry and Biology

H-Faktor 87 i10 Idx 306

Professional Career
since 2005 Primary investigator
2004 Promotion to extraordinary Professor
since 1998 Lecturer and head of the Research Group Autoimmunity
1992 – 1993 Postdoctoral fellowship, University of Alabama, Birmingham, USA
since 1983 Scientific assistant, Department of Internal Medicine 3, Rheumatology and Immunology, University Hospital Erlangen (UKER), FAU Erlangen-Nürnberg

Denkraum zu Krieg und Pazifismus, Waffenlieferungen und Bundeswehr Workshop

Dr. Jürgen von Oertzen

Die politischen Denkräume, nach der Methode des Thinking Environment, sind eine Methode, auch bei gegensätzlichen Meinungen miteinander über gute Wege nachzudenken - wie im Vortrag zu Corona-Denkräumen dargestellt. Dieser Workshop bietet die Möglichkeit, gemeinsam über ein anderes schwieriges Thema, das individuell große Emotionen weckt und gesellschaftsweit Spaltungspotential hat, nachzudenken – ohne Anspruch an ein gemeinsames Ergebnis, sogar ohne Gegen-Argumentation, sondern jede und jeder für sich, aber mit Begleitung durch Andersdenkende. Angesichts der Denkkapazität, die wir zusammen mitbringen, stelle ich mir das sehr bereichernd vor – wer mag mit ausprobieren?

Falls bis zum Oktober – aus heutiger Sicht noch 2 Monate – ein ganz anderes Thema (Energiepreise?) oben auf der Agenda steht, dann ändern wir das Thema vielleicht noch kurzfristig.

Zu Dr. Jürgen von Oertzen

Jürgen von Oertzen studierte Physik, Politik und Mediation (in dieser zeitlichen Reihenfolge, aber mit umgekehrter Ernsthaftigkeit), war einige Jahre in der Wissenschaftswelt unterwegs (Uni Hamburg, Uni Kingston-Upon-Hull, TU Dresden, Uni Halle) und ist seit 2005 mit Leib und Seele Mediator und Konfliktmanager (seit 2010 auch Mediationsausbilder) im Mediationsbüro Einigungshilfe. Er ist etwas empfindlich auf irrationale Politik (Corona!) und daher seit 2020 politisch grün aktiv.

Die Titanic und ihre deutschen Verbindungen Vortrag

OStD Malte Fiebing-Petersen

Der Vortrag präsentiert die in über 20 Jahren zusammengetragenen Rechercheergebnisse des Deutschen Titanic-Vereins und deckt auf, welche Verbindungen die Titanic ins deutsche Kaiserreich hatte.
Denn deutsche Firmen haben beim Bau des einstigen Luxusliners mitgewirkt oder das Schiff ausgestattet – von „Villeroy & Boch“ bis „Steinweg & Söhne“.
Darüber hinaus werden die Deutschen an Bord vorgestellt – denn sowohl unter den Passagieren als auch unter den Crewmitgliedern befanden sich deutsche Staatsbürger.
Welchen Grund hatten sie, mit der „Titanic zu reisen, wo sie doch ganz bequem aus Hamburg oder Bremerhaven direkt nach New York reisen konnten?
Warum reiste unter ihnen ein Kölner mit erfunden Adelstitel unter falschem Namen?
Und warum ließ Propagandaminister Joseph Goebbels höchst persönlich anlässlich des 30. Jahrestags des Untergangs 1942 unter großem Aufwand einen Spielfilm über die „Titanic“ drehen, den er dann kurz nach Fertigstellung verbieten ließ?

Zu OStD Malte Fiebing-Petersen

Initialisiert durch die Berichterstattung zum Untergang der Ostseefähre „Estonia“ 1994 begann Malte Fiebing-Petersen sich bereits im Alter von zehn Jahren für Schiffskatastrophen zu interessieren und stieß dabei unweigerlich auf die „Mutter der Schiffsuntergänge“: die „Titanic“. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – verbringt er seit mehr als 20 Jahren seine Urlaube auf den Weltmeeren.
Nach dem Abitur studierte er Deutsch, Geschichte und Latein für das gymnasiale Lehramt in Stuttgart und Kiel. Seit einigen Jahren ist er Schulleiter einer Sonderschule bei Kiel.
Seit vielen Jahren ist er Vorsitzender des Deutschen Titanic-Vereins und ein gefragter Experte für TV- und Printmedien. 2012 veröffentlichte er sein Buch „Titanic (1943) – Die Nazis und das berühmteste Schiff der Welt“ in deutscher und in englischer Sprache.
Für die Reederei TUICruises ist er regelmäßig auf der Mein-Schiff-Flotte als Lektor im Einsatz.
2021 hatte er seine Premiere als Referent bei der MIND-Akademie.

Digitale Vernetzung, Abhängigkeit und Souveränität: Sollten wir beunruhigt sein? Vortrag

Prof. Dr.-Ing. Ulrich Greveler

Die digitale Welt ist vielschichtig vernetzt: IT-Systeme, Dinge und Geräte, Clouds, menschliche Kommunikation und Wissens-Repositorien. Diese soziotechnische Entwicklung ist nicht aufzuhalten, jedoch weiterhin zu gestalten und zu regulieren. Vernetzung wird zur unverzichtbaren Infrastruktur, ihre Kontrolle und Bewirtschaftung werden trotz Ortsunabhängigkeit zum geopolitischen Machtfaktor. Wie abhängig sind wir als Individuum, Gruppe, Gesellschaft, Industrie oder Ökonomie von dieser Infrastruktur, die weit über Leitungsbetrieb hinausgeht? Müssen wir uns hier vor neuen Gegnern oder alten Freunden schützen? Benötigen wir regionale oder europäische Souveränität? Gibt es den Plan B, wenn globale Vernetzung versagt? Oder verwenden wir längst selbst organisierende Strukturen, die als Aufbauorganisation unzerstörbar sind, da sie Ausfälle kompensieren und ständig neue Verknüpfungen hervorbringen?
Die präsentierten möglichen Antworten könnten beunruhigen oder entspannen. Finden wir es heraus.

Zu Prof. Dr.-Ing. Ulrich Greveler

Ulrich Greveler studierte in Gießen und Reading (UK) Mathematik und Informatik, arbeitete sechs Jahre in der Industrie im In- und Ausland, bevor er als Wissenschaftler an die Ruhr-Universität nach Bochum wechselte. Seit 2012 lehrt er Informatik mit dem Schwerpunkt IT-Sicherheit an der der Hochschule Rhein-Waal. Sein besonderes Interesse gilt datenschutzfördernden Technologien und dem Spannungsverhältnis zwischen Privatsphäre und digitaler Vernetzung. Ein persönliches Motto ist: „Immer der Erste am Buffet!“

Fantastische Steckverbinder (und wo sie zu finden sind) Vortrag

Johannes Frielingsdorf

In der Verbindungstechnik gibt es unzählige Arten und Weisen, wie Energie oder Daten übertragen werden können. Und hinter den mechanischen Lösungen verbergen sich sehr oft interessante Probleme und Anwendungen.

Elektrische Verbindungstechnik ist in unserer Welt so omnipräsent, dass man sie oft als gegeben hinnimmt und gar nicht genauer fragt, warum Steckverbinder eigentlich so funktionieren, wie sie das tun. Heteronormativ, male <> female. Welche Grundkonzepte gibt es, und was sind die Ideen dahinter?

Doch das eigentlich Spannende sind ja die Dinge, die seltener vertreten sind, vor allem in einem Feld, in dem viel genormt ist und noch mehr nur als 'Industriestandard' existiert. Und so sind die interessantesten Steckverbinder oft die, die nicht in die üblichen Kategorien passen, warum auch immer.

Zu Johannes Frielingsdorf

Johannes Frielingsdorf ist ein Elektroniker aus Leidenschaft. Wenn er nicht an der TH Köln am Laserradar bastelt, die Technik bei einer Veranstaltung betreut oder Wetterballons an die Grenze des Weltalls schickt, arbeitet er wahrscheinlich an seinem Smart Home oder einer anderen Idee, die man mit einer Platine, elektronischen Bauelementen und Lötzinn realisieren kann.

Faszination Draht- und Faserseile Vortrag

Dr.-Ing. Konstantin Kühner

Während Faserseile schon so lange existieren, dass Archäologen bei Ausgrabungen darauf stoßen, wurde das Drahtseil "erst" im 19. Jahrhundert im Bergbau erfunden. So haben Seile durch ihre lange Historie als Konstruktionselement für viele ein eher antiquiertes Image, während in Realität aber moderne Seilprodukte höchste Anforderungen z.B. in der Personenfördertechnik, dem Flug- und Segelsport sowie der Medizintechnik erfüllen. Dazu ist in der Architektur vor allem der Leicht- und Brückenbau von Seilen geprägt. Neben spektakulären Anwendungen kommen aber auch ganz alltägliche Dinge nicht ohne Seile aus: Fahrradbremsen, Scanner, Autofenster und vieles mehr werden z.T. für uns im Verborgenen mit Seilen bewegt. Im Vortrag werden anschaulich technische Eigenschaften von Seilen und ihren Werkstoffen, ihre Anwendungsgebiete und technischen Möglichkeiten dargestellt. Ein Ziel der Veranstaltung wäre für den Autor, zumindest einen Funken der Faszination für Seile an die Zuhörer weiterzugeben.

Zu Dr.-Ing. Konstantin Kühner

Dr.-Ing. Konstantin Kühner arbeitete nach dem Maschinenbaustudium an der Universität Stuttgart von 2009 bis 2017 in der Abteilung Seiltechnologie des Instituts für Fördertechnik und Logistik (IFT). Hier war er als Sachverständiger für Drahtseile und Seilbahnen tätig. In den letzten beiden Jahren am IFT leitete er den Bereich zerstörende Seilprüfung mit dem Labor des Instituts. Mit Abschluss der Promotion wechselte Herr Kühner 2017 zur Jakob AG, die ihr Stammwerk in Trubschachen im Schweizer Emmental betreibt. Jakob Rope Systems stellt neben Edelstahl-Seilnetzen und Seilstrukturen für die Architektur auch klassische Seilbahnseile sowie Draht- und Faserseile mit speziellen Kundenanforderungen selbst her. Konstantin Kühner ist vornehmlich im Bereich Technik und Entwicklung tätig, dazu führt er regelmäßig seiltechnischen Kundenberatungen, Seillebensdauerberechnungen und seilspezifische Schulungen durch.

Flipchart gestalten leicht gemacht – ein Mitmach-Vortrag Vortrag

Dr. Markus Gyger

Flipcharts sind ein wunderbares Mittel, um in Meetings, Vorträgen und Workshops die Inhalte visuell aufzubereiten. Richtig eingesetzt erlaubt ein Flipchart eine enge Verbindung zwischen Vortragender*m und dem Publikum. Die Inhalte können mit den Teilnehmenden zusammen zu entwickeln und individuell an die Situation angepasst werden.

In diesem Mitmach-Vortrag lernen die Teilnehmenden Schritt für Schritt, wie sie Flipcharts professionell gestalten können.
- eine saubere, gut leserliche Präsentationshandschrift.
- Gestaltungselemente gezielt einsetzen.
- Piktogramme, also Symbole und Figuren, aus wenigen einfachen Strichen entwickeln.
- Inhalte visuell und anschaulich darstellen.

Alle Teilnehmenden werden gebeten, einen Block mit fester Unterlage, einen dicken Marker und einige Stifte mitzubringen. Auf diese Weise könnte ihr während des Vortrags die Ideen gleich ausprobieren.

Zu Dr. Markus Gyger

Wieso arbeitet ein promovierter Biophysiker als Kommunikationstrainer und systemischer Businesscoach? Schon währen des Studiums nahm Markus Gyger an zahlreichen Moderationsausbildungen teil und engagierte sich in verschiedenen Bildungsprojekten an Schulen und Berufsschulen. Während der Promotion schlug der dann die Brücke zwischen seiner wissenschaftlichen Ausbildung und seinem ehrenamtlichen Engagement. Er spezialisierte sich auf Angebote für Menschen mit naturwissenschaftlich-technischem Hintergrund: Wie können Meetings so gestaltet werden, dass etwas dabei herauskommt? Wie organisiere ich mich so, dass ich die wichtigen Dinge auf die Reihe bekomme? Wie können Inhalte so kommuniziert werden, dass sie die Zuhörenden wirklich erreichen? Bei der Mind-Akademie ist er seit 2007 dabei und hat an jeder Akademie mit Workshops und Vorträgen, Moderationen oder im Orgateam mitgewirkt.
Mehr Informationen unter: www.gyger-training.de

Hochbegabung und psychische Gesundheit Vortrag

Dipl.-Psych. Christina Heil

Die Verbindung von Hochbegabung und psychischer Gesundheit bzw. psychischen Erkrankungen war bereits mehrfach Gegenstand psychologischer Studien, die widersprüchliche Ergebnisse lieferten. So besagt die Harmonie-Hypothese, dass Hochbegabte psychisch besonders stabil seien, während die Dysharmonie-Hypothese genau das Gegenteil postuliert, nämlich dass Hochbegabte besonders häufig von psychischen Problemen betroffen seien. Der Vortrag erläutert die Herausforderungen der psychologischen Begabungsforschung und auf diesem Hintergrund die bisherigen Erkenntnisse zum Thema. Auch psychische Doppel- und Fehldiagnosen bei Hochbegabten sowie Besonderheiten Hochbegabter bei psychischen Erkrankungen werden exemplarisch geschildert. Des Weiteren werden mögliche begabungsbezogene Risikofaktoren für die Entstehung psychischer Erkrankungen sowie begabungsbezogene Resilienzfaktoren für die Erhaltung der psychischen Gesundheit dargestellt.

Zu Dipl.-Psych. Christina Heil

Als Psychologische Psychotherapeutin mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie bin ich seit Ende 2018 in eigener Privatpraxis in Pforzheim niedergelassen. Zuvor arbeitete ich nach meinem Psychologiestudium und meiner Therapieausbildung an der psychotherapeutischen Hochschulambulanz der Universität Tübingen. Seit dem Alter von dreizehn Jahren bin ich blind. Seit 2018 befasse ich mich persönlich und beruflich mit dem Thema Hochbegabung, bin Mensa- und MHN-Mitglied und habe in den letzten Jahren Fachartikel sowie Forschungsarbeiten zum Thema Hochbegabung in der Psychotherapie veröffentlicht, zu finden unter www.psychotherapie-heil.de/publikationen. Da die Hochbegabung einen meiner Arbeitsschwerpunkte darstellt, verfüge ich über vielfältige Erfahrung mit hochbegabten Klient*innen und bin in diesem Bereich auch regelmäßig als Referentin für Fachverbände und therapeutische Ausbildungsinstitute tätig.

Impacttechniken zu den Themen Beziehungen, Interaktionen und Konflikte Vortrag

Dipl.-Psych., PPT Frauke Niehues

Impacttechniken aktivieren auf schnellem Weg umfassende Konzepte. Sie können z.B. zur Emotionsaktivierung, Verdeutlichung von komplexen Zusammenhängen, Motivationssteigerung oder Memorierung und Verankerung von neuen Inhalten genutzt werden. Impacttechniken nutzen auf kerative Art und Weise Alltagsgegenstände und sind multisensorisch sowie ressourcen- und lösungsorientiert angelegt.

Ein Beispiel für eine Impacttechnik ist:
Sie nehmen eine Flasche Sprudelwasser, schütteln diese heftig und sagen: „Ich bin total wütend!“. Dann halten Sie die noch verschlossen Flaschenöffnung in Richtung des Klienten, fassen den Schraubverschulß an und fragen: „Wäre es gut, jetzt ins Gespräch zu gehen?“

Nachdem ich aúf der letzten Akademie Impacttechniken zu den Themen Hochbegabung und Selbstwert vorgestellt habe, stehen diesmal Beziehungen, Interaktionen und Konflikte im Mittelpunkt. Für Teilnehmer:innen des letzte Vortrags wird sich fast nichts wiederholen.

Zu Dipl.-Psych., PPT Frauke Niehues

Frauke Niehues ist approbierte Psychotherapeutin in eigener Praxis sowie in der Personal- und Organisationsentwicklung tätig. Sie ist Dozentin an mehreren Universitäten, leitet ein Ausbildungsinstitut und ist Autorin und Herausgeberin der Reihe „Kompetenz!Box“. Darüber hinaus hat sie das Spenden- und Gemeinschaftsprojekts „MethodenSchatz“ gegründet. Hier findet man kostenfreie Onlinevorträge sowie hilfreiche Materialien renommierter TherapeutInnen und Coaches für Therapie und Selbsthilfe.
Frauke Niehues führt weiterhin das Portal „Können-macht-Spaß“ und stellt darauf umfassende Informationen und Materialien zum Thema Hoch- und Höchstbegabung für Betroffene, Therapeuten, Berater, Schulen und KiTas kostenfrei zur Verfügung. Fachleute finden auf dem Portal Vernetzungsmöglichkeiten.
Einen Überblick über Ihre Angebote findet man unter www.frauke-niehues.net. Das Hochbegabungsportal findet man direkt unter www.können-macht-spass.de

Internationale Verbindungen und Verträge und ihre historische Entwicklung Vortrag

Dr. Kurt Fuchs

EU, NATO, OECD, WTO, UNO, IWF, WIPO ... sind nur einige Internationale Organisationen, in denen Deutschland Mitglied ist. Daß Staaten langfristige Verbindungen eingehen, dauerhafte Organisationen gründen und sich deren Regeln unterwerfen, ist ein in der Geschichte relativ junges Phänomen. Zwar gab es schon in der Antike vereinzelt Bündnisse, die aber nie von langer Dauer waren. Selbst im 19. und frühen 20. Jahrhundert waren Bündnisse zwischen Staaten eine labile und meist recht kurzfristige Angelegenheit. Erst in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden internationale Organisationen von längerer Haltbarkeit, viele ohne Verfallsdatum. Einige prägen unser Leben und die damit verbundenen Regeln inzwischen in einem Ausmaß, wie es vor 100 Jahren noch unvorstellbar war. Der Vortrag wird einen Überblick über die historische Entwicklung internationaler Bündnisse und Organisationen geben und eine kurzen Ausblick, wohin die weitere Entwicklung gehen könnte.

Zu Dr. Kurt Fuchs

Kurt Fuchs hat zunächst Maschinenbau an der RWTH Aachen und anschließend Jura an der Universität Münster studiert und schließlich im Eisenbahnrecht promoviert. Er ist seit 2001 als Rechtsanwalt zugelassen, seit 2011 Mitglied bei Mensa und MHN und hält auf der Akademie regelmäßig Vorträge zu Rechtsthemen und gelegentlich auch zu anderen Themen.

Ist was wir wahrnehmen wirklich immer wahr? Vom Reiz der Sinne zum Erleben der Welt Vortrag

Dr. Rainer Rosenzweig

Was wir wahrnehmen, verbindet uns mit der Außenwelt. Doch ist was wir "wahr"nehmen wirklich immer "wahr"? Mitnichten! Was wir über die Welt bereits wissen oder zu wissen glauben, bestimmt unser Wahrnehmungsergebnis. Wahrnehmung ist also ein aktiver Prozess. Erfahrungen, Erwartungen und "Vor-Urteile" sind daran beteiligt. Anhand verblüffender Wahrnehmungsphänomene wird im Vortrag demonstriert, wie Wahrnehmung funktioniert und wie nicht, welche Leistungen unser Gehirn dabei tagtäglich – oft unwillkürlich – vollbringt und wo die Grenzen der Wahrnehmung liegen. Erst die Erkenntnis scheinbarer "Fehlfunktionen" unserer Wahrnehmung ermöglicht eine sinnvolle Einordnung und Deutung von Erfahrungen, die wir „am eigenen Leib“ erlebt haben, und deren Relevanz für die Ausgestaltung unseres ganz persönlichen Weltbildes. Das Motto des Vortrags lautet daher: "Eine der bedeutendsten Erfahrungen im Leben eines Menschen ist das Erlebnis, dass wir uns täuschen können."

Zu Dr. Rainer Rosenzweig

Dr. Rainer Rosenzweig ist Lehrbeauftragter für Wahrnehmungspsychologie an der Technischen Hochschule Nürnberg. Nach zweieinhalbjähriger Forschungstätigkeit am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen promovierte er im März 2003 an der Universität Würzburg im Bereich der Psychophysik des Sehens zum Dr. rer. nat. Er ist Initiator und Leiter des Instituts für populärwissenschaftlichen Diskurs Kortizes (https://kortizes.de) sowie einer der Gründer des Nürnberger Hands-on-Museums Turm der Sinne dessen Geschäfte er seit dessen Eröffnung bis April 2016 führte. Er ist u.a. Mitglied im Wissenschaftsrat der Skeptiker-Organisation GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften) und in zahlreichen Organisationen des säkularen Spektrums aktiv. Beruflich ist er am Bayerisch-Kalifornischen Hochschulzentrum an der Universität Erlangen-Nürnberg als Wissenschaftsmanager tätig.

Kann ich deine Chats lesen? – Arbeiten im EU Parlament und was die Chatkontrolle ist Vortrag

Kim Graves

Durch das Internet und digitale Kommunikation sind wir mit mehr Menschen verbunden als jemals zuvor. Wir können mit ein paar Klicks rausfinden, was die Menschen in Sri Lanka umtreibt und Urlaubsfotos von Menschen auf der ganzen Welt sehen. Wir sind immer erreichbar und stehen mit mehr Menschen in konstantem Kontakt durch Messenger-Apps, wie WhatsApp oder Signal. Die EU versucht mit neuen Gesetzen das Internet sicherer zu machen und sicherzustellen, dass was offline illegal ist auch online illegal ist. Doch manchmal schlägt die EU über die Stränge mit ihren Bestrebungen nach Sicherheit.

Als Mitarbeiterin eines Europa-Abgeordneten möchte ich euch Einblicke in die Arbeit des EU-Parlaments geben und ein paar Fakten zum aktuellen Kommissionsvorschlag geben, der eine komplette Überwachung aller digitalen Kommunikation vorsieht und was wir dagegen tun können und was wir schon tun.

Zu Kim Graves

Seit Mai 2022 arbeite ich als Parlamentarische Mitarbeiterin für Europa-Abgeordneten Patrick Breyer von der Piratenpartei. Als Mitglied des Ausschusses für bürgerliche Freitheiten und Rechtsausschuss beschäftigt sich unser Büro hauptsächlich mit Themen rund um Grundrechte, digitale Rechte und Datenschutz. Ich bin zuständig für die interne und externe Kommunikation unseres Büros mit unserer Fraktion im Parlament, mti der Piratenpartei Deutschland und der Öffentlichkeit.

Kernfusionsforschung – die Sonne auf die Erde holen Vortrag

Prof. Dr. Hartmut Zohm

Die Fusion von Wasserstoffkernen ist die Energiequelle der Sterne. Seit mehr als einem halben Jahrhundert arbeiten Forscher daran, diesen Prozess auf der Erde nutzbar zu machen und sind ihrem Ziel schon sehr nahe gekommen. Ausgehend von der Beschreibung des 'Fusionsreaktors Sonne' wird im Vortrag dargestellt, wie ein Fusionskraftwerk auf der Erde realisiert werden soll. Dabei wird insbesondere auf den Einschluss heißer Wasserstoffplasmen in magnetischen Feldern in Tokamaks und Stellaratoren eingegangen. Der derzeitige Stand der Forschungsarbeiten sowie die weltweiten Pläne zum nächsten Schritt, dem Nachweis der positiven Energiebilanz im gerade im Bau befindlichen ITER-Experiment, werden im Detail vorgestellt.

Zu Prof. Dr. Hartmut Zohm

Prof. Hartmut Zohm ist seit 1999 wissenschaftliches Mitglied des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik und Leiter des Bereichs Tokamak-Szenario-Entwicklung. Für seine Doktor­arbeit wurde er 1991 mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet. Nach einem Auslandaufenthalt in San Diego bei General Atomics habilitierte Hartmut Zohm 1996 an der Universität Augsburg im Fach Experimentalphysik. Von 1996 bis 1999 lehrte er als Professor für Elektro­technik und Plasmaforschung an der Universität Stuttgart.

Das Arbeitsgebiet von Prof. Zohm ist die Untersuchung der magneto-hydrodynamischen Stabilität magnetisch eingeschlossener Fusionsplasmen. 2014 wurde er für seine Arbeiten auf diesem Gebiet mit dem John Dawson Award der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft ausgezeichnet, 2016 mit dem Hannes-Alfvén-Preis der Europäischen Physikalischen Gesellschaft.

"Komplexer verbunden, als man denkt" oder: Von den Herausforderungen skalierbarer Softwareentwicklung zur Komplexitätsforschung – Ein Reisebericht Vortrag

Dr. Tobias Kästner

Um die Unmengen an Software zu erzeugen, die inzwischen in fast allem steckt, das uns tagtäglich umgibt, braucht es auch eine Unmenge an Entwicklern. Berufsbedingt treibt den Autor dabei die Frage um, wie eine immer größer werdende Zahl derselben in immer größer werdenden Projekten zusammenarbeiten kann. Denn meistens bedeuten mehr Entwickler eben nicht, das Software schneller fertig oder besser nutzbar wird. Softwareteams sind komplexe adaptive Systeme und so handelt der Vortrag davon, was passiert, wenn man diese skaliert - oder es auch nur versucht. Denn dann zeigt sich: Weil Vieles mit Vielem verbunden ist, wird aus mehr und mehr vom Gleichem mit einem Mal etwas gänzlich anderes. Dies ist die Kernbeobachtung der Komplexitätsforschung, die in den letzten 50 Jahren so manche neue Wege bahnte und entlang derer es viel Bemerkenswertes zu bestaunen gibt. Skalengesetze, Kritikalität, Selbstähnlichkeit und Emergenz sind die zentralen Phänomene von denen berichtet werden soll.

Zu Dr. Tobias Kästner

Dr. Tobias Kästner ist Expert Engineer bei Methodpark by UL. Er hat in Jena Physik studiert und einige Jahre am Lehrstuhl für Quantentheorie geforscht und gearbeitet. Von dort hat er seine Faszination für komplexe Systeme an jede nachfolgende Station mitgenommen und ist tatsächlich auch immer wieder auf eben solche komplexen Systeme gestoßen. Heute arbeitet er meist als agiler Coach mit Scrum Teams und anderen komplexen adaptiven Systemen oder entwirft als Softwarearchitekt Lösungen für eine immer komplexer vernetzte Informationsgesellschaft. Sein Interesse gilt allem, was Feedback generiert und sich auch sonst nicht-linear und damit interessant verhält.

Mathematik in Kunst und Musik Vortrag

Prof. Jürgen Richter-Gebert

Mathematik ist eine schöne Wissenschaft. Leider erschließt sich diese Schönheit nicht immer sofort. Um die Ästhetik mancher Gleichungen wahrzunehmen, muss man nicht selten einige Hintergründe verstehen. Anders wird die Situation, wenn die Mathematik zur Grundlage des ästhetischen Gestaltens wird, wenn sich logische Strukturen in räumlichenn Körpern, regelmäßigen Ornamenten, interessanten Rhythmen oder Tonfolgen manifestieren. Hier spricht oft die innere logische Schönheit durch das Objekt und wird direkter zugänglich (zumindest als ästhetischer Reiz).

Der Vortrag berichtet von dem Abenteuer Software und Apps zu schreiben, die dem mathematischen Laien den Brückenschlag von Mathematik zu Kunst und Musik ermöglichen. Nicht selten sind bei der Erstellung der Software selbst Probleme zu lösen, mathematische, gestalterische und psychologische. Der Vortrag ist angereichert mit vielen Software Demostrationen, Visualisierungen und Klangbeispielen.

Zu Prof. Jürgen Richter-Gebert

Studium Mathematik and der TU Darmstadt, Promotionen 1992 an der TU Darmstadt und KTH Stockholm. Habilitation 1996 an der TU Berlin, Assistenzprofessur für Informatik 1997-2001 ETH Zürich. Lehrstuhl für Geometrie und Visualisierung TU München seit 2001. Forschungsgebiete: Dynamische, projektive und kombinatorische Geometrie, Visualisierung, geometrische Invariantentheorie, computergestützte Mathematik. Großes Engagement für Wissenschaftskommunikation für die Öffentlichkeit. Wichtige Preise und Auszeichnungen: Deutscher Bildungssoftwarepreis (2000), European Academic Software Award (2001), MedidaPrix (2008), Ars Legendi Preis der Hochschulrektorenkonferenz und des Stifterverbands (2011), Communicator Preis von DFG und Stifterverband (2021). Entwicklung zahlreicher Apps und Softwareprojekte.

Nationale Identität(en) in griechischen Schulliedern des neuzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Vortrag

M.A. C. Ersin Mihci

Griechenland widmete sich nach seiner Unabhängigkeit der Aufgabe eine eigene, nationale Identität zu schmieden. Dieser Prozess stellte sich jedoch als überaus komplex heraus, da bei der neuen kulturellen Ausrichtung verschiedene Herangehensweisen aufeinandertrafen. Die Frage, wie nun die neu-griechische Identität auszusehen habe, spiegelte sich auch in der Musikkultur Griechenlands wider. Dies galt insbesondere für den Musikunterricht an Schuleinrichtungen, wo das zukünftige nationale Kollektiv herangebildet wurde. Dieser Vortrag möchte anhand von griechischen Schulliedern Beispiele des Identitätsdiskurses präsentieren und zeigen welchen Modellen und Konzepten sie folgten. Der erste Teil des Vortrages wird sich auf westeuropäische Modelle konzentrieren, die in griechische Schulliedanthologien Anwendung fanden. Der zweite Teil des Vortrages wird der Frage nachgehen, warum diese Modelle sich aufgrund der sozial-politischer Realität im 20. Jahrhundert nicht durchsetzten.

Zu M.A. C. Ersin Mihci

Ersin Mıhçı studierte Musikwissenschaften und spanische Literaturwissenschaften an der Universität Heidelberg und schloss sein Studium 2011 mit dem Magister Artium ab. Er steht kurz davor seine Dissertationsschrift „Forging national music on both sides of the Aegean in the 19th and 20th centuries” im Rahmen des Graduate Programme for Transcultural Studies (GPTS) am Cluster of Excellence Asia and Europe in a Global Context abzuschließen. Er hielt Vorträge an internationalen Konferenzen und unternahm längere Forschungsaufenthalte in Griechenland und am Orient-Institut Istanbul.
Seit 2015 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Editionsprojekt Corpus Musicae Ottomanicae tätig.

Sicherheitspolitische Fragen zum Ukraine-Konflikt Vortrag

Bastian Winkler

Mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Russland die regelbasierte internationale Ordnung, welche seit Ende des Zweiten Weltkriegs besteht, massiv beschädigt. Bei vielen Menschen ruft diese Entwicklung Unsicherheit und Angst hervor, da in Deutschland im Allgemeinen wenig Wissen zu sicherheitspolitischen Themen vorhanden ist. Der Vortrag soll dazu dienen, diese Unsicherheit ein wenig zu reduzieren. In den ersten Minuten werde ich kurz auf den bisherigen Verlauf des Krieges und die Folgen für die internationale Ordnung eingehen. Abhängig vom Verlauf lassen sich bis dahin auch schon erste strategische und taktische Erkenntnisse auswerten. Den größten Teil des Vortragsslots sollt Ihr aber mit Euren Fragen zur Thematik gestalten. Ihr könnt mir die Fragen direkt während des Vortrags stellen, mich auf der Akademie ansprechen oder schon vorab per Mail (bastiwinkler@gmx.de) ansprechen. Ich versuche dann, so gut es mir möglich ist, darauf einzugehen (gern auch in kontroverser Diskussion ;-).

Zu Bastian Winkler

Nach meinen zwölf Jahren als Technischer Offizier bei der Luftwaffe war ich zunächst bei der NGO DEMIRA Deutsche Minenräumer e.V. erst als Projektleiter und später als Geschäftsführer tätig. Seit 2018 bin ich Kfm. Geschäftsführer der Igel und der Hasen Apotheke in München-Allach. Die sicherheitspolitische Sphäre habe ich jeodch nie wirklich verlassen, da ich als Reservist regelmäßig im Kreisverbindungskommando Dachau tätig bin und nebenbei Politikwissenschaft an der FernUni Hagen studiere.

Symbole und Rituale der Freimaurer – Ihr Beitrag zur offenen Gesellschaft Vortrag

Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün

Der Vortrag zeigt anhand der Symbole und Rituale der Freimaurer, dass wir selbst durch die Rollen, die wir im alltäglichen Leben spielen, nicht anders funktionieren wie eine Inszenierung im Theater und die Lebenswirklichkeit der Menschen in der Weise entsteht, wie wir als Akteure und Ensembles eine offene Zukunft gestalten.
Wir erwarten stets, dass das Denken etwas erkennt, was schon da ist. In der Freimaurerei begegnen wir Symbolen und Ritualen, die uns damit vertraut machen, dass es in der Welt der Menschen anders vor sich geht. Während in der Liturgie der christlichen Kirchen der Glaube vorherrscht, dass die Inszenierung – Gebete, Wandlungen, Taufen, Erlösung – zugleich der Vollzug der Sache ist, trennt die Freimaurerei die Inszenierung von der Sache selbst. Sie erzeugt dadurch das Bild eines Menschen und einer Gesellschaft, das nur im Vollzug der Rituale seine Wirklichkeit hat – mit der Hoffnung, dass die Wirklichkeit dem in weiter Zukunft einmal ähnlich werden könnte.

Zu Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün

Klaus-Jürgen Grün ist freischaffender Wissenschaftler und außerplanmäßiger Professor für Philosophie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Er hat neben Philosophie, Geschichte und Mathematik auch Geschichte der Naturwissenschaften studiert. In seinem Philosophischen Kolleg für Führungskräfte (www.philkoll.de) werden die Bewegungsmuster der Anpassung und der Kritik, des falschen Denkens und der gefährlichsten Lehren offengelegt. Seine Teilnehmer erfahren die Herausforderung, ihre letzten Prämissen zur Diskussion zu stellen und die Angst vor dem Verlust tröstender Ideologien zu kontrollieren. Im Sommer 2003 wurde er als Gründungsmitglied Vizepräsident des Ethikverbands der deutschen Wirtschaft e. V. Klaus-Jürgen Grün ist seit 1993 Freimaurer und hat dort neben seinen Ämtern zumeist im Zusammenhang mit Freimaurerforschung verschiedene Beiträge und Bücher publiziert.

Systemische Fragetechniken – die richtige Frage zum richtigen Zeitpunkt Workshop

Dr. Markus Gyger

Fragen sind eine scheinbar harmlose Intervention, die jedoch nicht unterschätzt werden sollte. Geschickt eingesetzt können sie den Gefragten auf neue Gedanken und Ideen bringen, tiefe Reflexionsprozesse anregen und subtil und oft unbemerkt eine Menge Inhalt transportieren. Der systemisch-konstruktivistische Ansatz geht davon aus, dass wir einen großen Teil unserer Wirklichkeit durch unsere Kommunikation konstruieren. Fragen haben die Macht, diese Konstruktionen zu verändern. Nicht umsonst zählen in allen Formen der systemischen Beratung Fragetechniken zum wichtigsten Handwerkszeug. Auch in anderen Kontexten wie etwa bei der Moderation, in Verhandlungen oder zur Konfliktklärung ist ein gutes Gespür für die richtige Frage zu richtigen Zeitpunkt unerlässlich.

In diesem Workshop werdet ihr mit einigen Fragetechniken aus dem Werkzeugkoffer des systemischen Coachings vertraut gemacht. Ziel ist es, durch Input, Übungen und Reflexion das Gespür für Fragen und deren Wirkung zu erweitern.

Zu Dr. Markus Gyger

Wieso arbeitet ein promovierter Biophysiker als Kommunikationstrainer und systemischer Businesscoach? Schon währen des Studiums nahm Markus Gyger an zahlreichen Moderationsausbildungen teil und engagierte sich in verschiedenen Bildungsprojekten an Schulen und Berufsschulen. Während der Promotion schlug der dann die Brücke zwischen seiner wissenschaftlichen Ausbildung und seinem ehrenamtlichen Engagement. Er spezialisierte sich auf Angebote für Menschen mit naturwissenschaftlich-technischem Hintergrund: Wie können Meetings so gestaltet werden, dass etwas dabei herauskommt? Wie organisiere ich mich so, dass ich die wichtigen Dinge auf die Reihe bekomme? Wie können Inhalte so kommuniziert werden, dass sie die Zuhörenden wirklich erreichen? Bei der Mind-Akademie ist er seit 2007 dabei und hat an jeder Akademie mit Workshops und Vorträgen, Moderationen oder im Orgateam mitgewirkt.
Mehr Informationen unter: www.gyger-training.de

Verbindungen – Partnering im Paartanz Workshop

Dr. Artus Ph. Rosenbusch

Zwei Fremde begegnen sich beim Brazilian Zouk. Ein Seniorenpaar in Turnier-Outfit tanzt ihre Endrunde Wiener Walzer. Ein Junge auf einer Salsa-Party ruft seiner Partnerin mitten im Lied zu "so, jetzt führ Du mal!" und beide lachen.

In mancher Hinsicht könnte Führen und Folgen unterschiedlicher nicht sein. Jeder Tanz folgt eigenen Regeln, eigener Bewegungslogik. Und doch sind alles Paartänze. Nicht nur die beiden Tänzer reagieren mit Gänsehaut, wenn eine echte Begegnung stattfindet, wenn die Kommunikation stimmt, sich die Bewegung beider Körper verbindet.

Anhand einfacher Bewegungen und Prinzipien wollen wir erfühlen, wie dies gelingt.

WICHTIG:
- Auch Anfänger sind willkommen
- Einiges ist allerdings wesentlich:
- Bitte seid offen, sowohl Follower als auch Leader zu tanzen
- Keiner muss hier toll aussehen, oder irgendetwas darstellen ... es geht ums Lernen, ums Ausprobieren, nicht ums Performen!
- Berührungsängste, Judging und Schamgefühle also bitte draußen lassen :-)

Zu Dr. Artus Ph. Rosenbusch

Artus hat in Darmstadt und Salamanca Mathematik studiert, in Spieltheorie (fairness considerations in cooperative n-person games) promoviert und kommt seit über 15 Jahren regelmäßig und gern auf die MinD Akademie.

Beruflich führte seine Karriere von booz&co zur Inhouse-Beratung bei RWE, später innogy Consulting. Einmal nach Dubai (als Vice President für die Projekte in Middle East verantwortlich) und zurück (Head of LRN LAB Berlin).

In 2021 beendete er seine Laufbahn als Unternehmensberater in Anstellung, um drei neue Hüte zu tragen:
- eine aktive Rolle als Vater
- seine Selbständigkeit als Trainer und Leadership-Coach
- und die Gründung einer gGmbH im Bereich von Sustainability + Learning

In seiner Freizeit liebt er den Tanzsport, sein Klavier, spielt gern Go und ist ein Freund von Meditation und Massagen.

Verbunden, gepflastert, geklebt – Erste Hilfe bei Wunden Workshop

Annika Gutschmidt-Köhler

Bei vielen ist der Erste-Hilfe-Kurs schon sehr lange her. Außerdem kommt die Wundversorgung oft dabei zu kurz. Das führt dazu, dass niemand mehr genau weiß, was zu tun ist, wenn etwas passiert.
Deshalb will ich mit euch in diesem Workshop viele kleine und große „Wunden“ versorgen. Außerdem versuche ich, eure Fragen zu beantworten und euch nicht nur zu zeigen, wie es im Lehrsaal aussehen soll, sondern auch, wie es in der Realität draußen funktionieren kann.

Zu Annika Gutschmidt-Köhler

Annika Gutschmidt-Köhler ist seit 2013 ausgebildete Erste-Hilfe-Ausbilderin, hat ein Notfallsanitäter-Staatsexamen und arbeitet seit 2014 im Rettungsdienst. Momentan ist sie in Elternzeit.

Virale Zoonosen Vortrag

Prof. Martin Herrmann

Disclaimer: Ich bin kein Arzt und werde daher das Thema aus naturwissenschaftlicher Sicht beleuchten.
Im Vortrag behandele ich virale Krankheiten, die durch behüllte Viren entstehen, die vom Tier auf den Menschen überspringen. Als Beispiele sind hier AIDS und COVID zu nennen. Ich werde auch auf das antivirale Immunsystem eingehen, soweit das für das Verständnis wichtig ist.
Ich werde (I) Moderne Medizin (II) Hausmittelchen (III) experimentelle Therapien (IV) zukünftige Therapieformen (V) die Sicht eines Immunologen und (VI) persönliche Erfahrungen von Kollegen aus aller Welt diskutieren.
Ich werde nicht über (I) Sinn und Unsinn einer Impfung and (II) über Vor- und Nachteile der Impfung diskutieren.

Zu Prof. Martin Herrmann

General Information
Herrmann, Martin PhD, MD
Professor for experimental medicine; Extraordinarius
Department of Internal Medicine 3, Rheumatology and Immunology
University Hospital Erlangen (UKER), FAU Erlangen-Nürnberg

Academic Education with Graduation
1997 Habilitation (Dr. med. habil.)
1983 – 1987 Thesis (PhD)
1977 – 1982 Studies of Biochemistry and Biology

H-Faktor 87 i10 Idx 306

Professional Career
since 2005 Primary investigator
2004 Promotion to extraordinary Professor
since 1998 Lecturer and head of the Research Group Autoimmunity
1992 – 1993 Postdoctoral fellowship, University of Alabama, Birmingham, USA
since 1983 Scientific assistant, Department of Internal Medicine 3, Rheumatology and Immunology, University Hospital Erlangen (UKER), FAU Erlangen-Nürnberg

Wieviel Glück braucht es, dass es uns gibt? Vortrag

Prof. Kathrin Altwegg

Ende März hat die NASA angekündigt, dass der 5000ste Planet ausserhalb des Sonnensystems entdeckt wurde. Man schätzt allerdings die Zahl der Planeten im Universum auf weit mehr als 10^22. Warum haben wir dann die andern noch nicht gehört? Wo bleiben die Aliens? Wieviel Glück braucht es, dass es uns gibt? Eine kurze Geschichte des Universums, des Sonnensystems und des Lebens auf unserem Planeten bringt einige Antworten auf diese Fragen. Wie lange das Glück noch anhält, liegt in unseren Händen, aber nicht nur. Dieser Vortrag soll einige Denkanstösse zu uns Menschen und unserem astronomischen Umfeld geben.

Zu Prof. Kathrin Altwegg

Kathrin Altwegg wollte ursprünglich Archäologin werden. Ihre Matura legte sie 1970 am Gymnasium in Solothurn ab. Dann nahm sie das Studium der Physik an der Universität Basel auf und war dort die einzige Frau in ihrem Jahrgang. 1980 doktorierte sie an der Universität Basel bei der Physikprofessorin Iris Zschokke. Sie arbeitete zwei Jahre in der Abteilung für Physik und Chemie als Postdoc an der University of Technology, Design and Architecture in New York. 1982 wurde sie an der Universität Bern Mitglied der Forschungsgruppe von Hans Balsiger im Bereich Weltraumforschung und Planetologie. Dort befasste sie sich mit dem Bau des Ion Mass Spectrometer (IMS), einem Instrument der Raumsonde Giotto für die Erforschung des Kometen Halley. 1996 vollendete sie ihre Habilitation im Fachbereich Sonnensystem. Im selben Jahr wurde sie Chefin des Projekts Rosina, das die Erforschung des Kometen Churyumov-Gerasimenko zum Ziel hat. Das Projekt umfasste mehrere Instrumente für die Sonde Rosetta.

Zuerst die Reichen, dann die Armen: Über die Verbindung zwischen sozialem Status und der Ausbreitung von COVID-19 und der Spanischen Grippe Vortrag

Jana Berkessel

Kein Zweifel: Die sozial Schwächeren trifft die Pandemie besonders hart. Menschen mit niedrigem sozialen Status können sich beruflich und privat schlechter vor dem Virus schützen und sind daher stärker betroffen. Aber gilt das in jeder Phase der Pandemie? Wir haben Daten aus der COVID-19 Pandemie und der Spanischen Grippe untersucht und herausgefunden, dass in den frühen Phasen, in denen es noch keine Infektionsschutzmaßnahmen gibt, genau das Gegenteil gilt: Menschen mit hohem sozialen Status sind in dieser Phase besonders häufig betroffen. Ein Grund dafür könnte sein, dass Menschen mit hohem sozialen Status auf besonders heterogene soziale Netzwerke haben, die sie einer besonderen Gefahr aussetzen einen neuen Virus zu bekommen und zu verbreiten.

Zu Jana Berkessel

Ich bin aktuell Doktorandin in der kulturvergleichenden Sozial- und Persönlichkeitspsychologie an der Universität Mannheim. In meiner Promotion beschäftige ich mich mit sozioökonomischen und soziokulturellen Ursachen des Wohlbefindens. Dabei untersuche ich unter anderem, welche Effekte sozialer Status auf das psychische und physische Wohlbefinden hat und welche Rolle dabei verschiedene Kulturfaktoren wie kulturelle Religiosität spielen. Um mich noch etwas genauer mit verschiedenen Aspekten des Wohlbefindens zu beschäftigen habe ich einen Forschungsaufenthalt in New York gemacht. Vor meiner Promotion in Mannheim habe ich in Köln Psychologie studiert, mit Auslandsaufenthalten in den USA und England.