Mind-Akademie 2022

Verbindungen

Programm der Mind-Akademie 2022

Den Programmplan findest Du hier als PDF.

Connecting Worlds. Games und ihre Musik in anderen Medien und Musikgenres Vortrag

30.09., 15:30 Uhr, Berta Benz
Dr. Melanie Fritsch

Spätestens seit Beginn der Coronapandemie sind digitale Spiele und die digitale Spielekultur auch als Orte musikalischer Aufführungen und insbesondere von ingame Konzerten verstärkt in den Blick gerückt. Mit einer Mischung aus Freude, Erstaunen, aber gelegentlich auch Entsetzen – je nach Ausrichtung des berichtenden Mediums – werden Auftritte, Live-Konzerte oder Plattenreleaseparties von Künstler*innen wie DJ Marshmello, Ava Max, Ariana Grande oder Travis Scott in „Fortnite“ oder virtuelle Clubkultur in Spielen wie „Minecraft“ kommentiert. Doch die Verbindungen von und der Austausch zwischen Games und ihrer Musik mit anderen Musikgenres und Medienformen reichen bis in die späten 1970er Jahre zurück.
Im Rahmen dieses Vortrages wird zunächst das Forschungsfeld der Ludomusicology skizziert. Anschließend werden anhand einiger Beispiele die vielfältigen Verbindungen zwischen Games und ihrer Musik mit anderen Musikgenres und Medienformen aufgezeigt.

Zu Dr. Melanie Fritsch

Dr. phil. Melanie Fritsch ist seit Oktober 2020 Juniorprofessorin für Medienkulturwissenschaft mit Schwerpunkt Game Studies und angrenzende Gebiete an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
Ihre an der Universität Bayreuth verfasste Dissertation „Performing Bytes. Musikperformances der Computerspielkultur“ wurde 2018 bei Königshausen & Neumann veröffentlicht. Zusammen mit Dr. Tim Summers (Royal Holloway) hat sie 2021 den „Cambridge Companion to Video Game Music“ herausgegeben.
Sie ist Mitglied der Ludomusicology Research Group, im Sprecher*innenteam der AG Games der Gesellschaft für Medienwissenschaft und im Arbeitskreis Geschichtswissenschaft und Digitale Spiele. Sie ist außerdem Mitbegründerin der Society for the Study of Sound and Music in Games und des „Journal of Sound and Music in Games”, sowie der AG Spiele (Verband „Digital Humanities im deutschsprachigen Raum“).

Ist was wir wahrnehmen wirklich immer wahr? Vom Reiz der Sinne zum Erleben der Welt Vortrag

30.09., 15:30 Uhr, Carl Benz
Dr. Rainer Rosenzweig

Was wir wahrnehmen, verbindet uns mit der Außenwelt. Doch ist was wir "wahr"nehmen wirklich immer "wahr"? Mitnichten! Was wir über die Welt bereits wissen oder zu wissen glauben, bestimmt unser Wahrnehmungsergebnis. Wahrnehmung ist also ein aktiver Prozess. Erfahrungen, Erwartungen und "Vor-Urteile" sind daran beteiligt. Anhand verblüffender Wahrnehmungsphänomene wird im Vortrag demonstriert, wie Wahrnehmung funktioniert und wie nicht, welche Leistungen unser Gehirn dabei tagtäglich – oft unwillkürlich – vollbringt und wo die Grenzen der Wahrnehmung liegen. Erst die Erkenntnis scheinbarer "Fehlfunktionen" unserer Wahrnehmung ermöglicht eine sinnvolle Einordnung und Deutung von Erfahrungen, die wir „am eigenen Leib“ erlebt haben, und deren Relevanz für die Ausgestaltung unseres ganz persönlichen Weltbildes. Das Motto des Vortrags lautet daher: "Eine der bedeutendsten Erfahrungen im Leben eines Menschen ist das Erlebnis, dass wir uns täuschen können."

Zu Dr. Rainer Rosenzweig

Dr. Rainer Rosenzweig ist Lehrbeauftragter für Wahrnehmungspsychologie an der Technischen Hochschule Nürnberg. Nach zweieinhalbjähriger Forschungstätigkeit am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen promovierte er im März 2003 an der Universität Würzburg im Bereich der Psychophysik des Sehens zum Dr. rer. nat. Er ist Initiator und Leiter des Instituts für populärwissenschaftlichen Diskurs Kortizes (https://kortizes.de) sowie einer der Gründer des Nürnberger Hands-on-Museums Turm der Sinne dessen Geschäfte er seit dessen Eröffnung bis April 2016 führte. Er ist u.a. Mitglied im Wissenschaftsrat der Skeptiker-Organisation GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften) und in zahlreichen Organisationen des säkularen Spektrums aktiv. Beruflich ist er am Bayerisch-Kalifornischen Hochschulzentrum an der Universität Erlangen-Nürnberg als Wissenschaftsmanager tätig.

Faszination Draht- und Faserseile Vortrag

30.09., 15:30 Uhr, Toulon (A030)
Dr.-Ing. Konstantin Kühner

Während Faserseile schon so lange existieren, dass Archäologen bei Ausgrabungen darauf stoßen, wurde das Drahtseil "erst" im 19. Jahrhundert im Bergbau erfunden. So haben Seile durch ihre lange Historie als Konstruktionselement für viele ein eher antiquiertes Image, während in Realität aber moderne Seilprodukte höchste Anforderungen z.B. in der Personenfördertechnik, dem Flug- und Segelsport sowie der Medizintechnik erfüllen. Dazu ist in der Architektur vor allem der Leicht- und Brückenbau von Seilen geprägt. Neben spektakulären Anwendungen kommen aber auch ganz alltägliche Dinge nicht ohne Seile aus: Fahrradbremsen, Scanner, Autofenster und vieles mehr werden z.T. für uns im Verborgenen mit Seilen bewegt. Im Vortrag werden anschaulich technische Eigenschaften von Seilen und ihren Werkstoffen, ihre Anwendungsgebiete und technischen Möglichkeiten dargestellt. Ein Ziel der Veranstaltung wäre für den Autor, zumindest einen Funken der Faszination für Seile an die Zuhörer weiterzugeben.

Zu Dr.-Ing. Konstantin Kühner

Dr.-Ing. Konstantin Kühner arbeitete nach dem Maschinenbaustudium an der Universität Stuttgart von 2009 bis 2017 in der Abteilung Seiltechnologie des Instituts für Fördertechnik und Logistik (IFT). Hier war er als Sachverständiger für Drahtseile und Seilbahnen tätig. In den letzten beiden Jahren am IFT leitete er den Bereich zerstörende Seilprüfung mit dem Labor des Instituts. Mit Abschluss der Promotion wechselte Herr Kühner 2017 zur Jakob AG, die ihr Stammwerk in Trubschachen im Schweizer Emmental betreibt. Jakob Rope Systems stellt neben Edelstahl-Seilnetzen und Seilstrukturen für die Architektur auch klassische Seilbahnseile sowie Draht- und Faserseile mit speziellen Kundenanforderungen selbst her. Konstantin Kühner ist vornehmlich im Bereich Technik und Entwicklung tätig, dazu führt er regelmäßig seiltechnischen Kundenberatungen, Seillebensdauerberechnungen und seilspezifische Schulungen durch.

Sicher Verbinden: Was ist eigentlich Quantencomputing? Vortrag

30.09., 15:30 Uhr, Windsor (A309)
Andreas Windisch

Quantencomputing ist ein spannendes, aufstrebendes Gebiet, welches in den letzten Jahren stark an Fahrt aufgenommen hat. Mit zunehmender Verfügbarkeit von kleinen Quantenrechnern ist es nicht nur für WissenschafterInnen, TechnikerInnen und EntscheidungsträgerInnen in Politik und Industrie wichtig, diese Technologie in ihren Grundzügen verstehen zu können. Vielmehr sollte jede und jeder zumindest eine vage Vorstellung haben, auf welchen Prinzipien diese Rechner arbeiten, welche Probleme gelöst werden können, und wie der Stand der Technik im Moment aussieht. Dieser Vortrag bietet allen Interessierten die Möglichkeit, sich – ohne jegliches Vorwissen – einen Überblick über diese faszinierende Disziplin verschaffen zu können. Dabei werden wir wesentliche Aspekte der Quantenmechanik kennenlernen, die Quantencomputing möglich machen, und wir werden einige grundlegende Anwendungsgebiete diskutieren, von 'superdense coding' über Quantenteleportation bis hin zu abhörsicheren Verbindungen.

Zu Andreas Windisch

Andreas Windisch ist ein theoretischer Physiker, der 2014 an der Universität Graz 'sub auspiciis praesidentis' promoviert hat. Im Jahr 2015 erhielt er den Ehrenring 'sub auspiciis praesidentis' der Republik Österreich, verliehen vom damaligen Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer. Nach mehreren Jahren als PostDoc an der Washington University in St. Lous in den USA (Schrödinger Fellow des öst. Wissenschaftsfonds) kehrte er nach Österreich zurück, und übernahm die Rolle eines Forschungsteamleiters bei 'Know-Center', einem Forschungszentrum für KI. Andreas ist Mitbegründer und Leader der 'Reinforcement Learning Community', einer eigenständigen Arbeitsgruppe, die Teil des unabhängigen Think Tanks 'AI AUSTRIA' ist. Zudem ist Andreas 'Honorary Research Scientist' der Washington University in St. Louis, betreut Start-Ups bei dem European Space Agency Inkubator 'Science Park Graz' und lehrt KI an der FH JOANNEUM. Seit März 2022 hält er auch eine Teilzeitstelle an der TU Graz.

Mental Health First Aid – Jede*r kann Erste Hilfe für psychische Gesundheit leisten Vortrag

30.09., 17:00 Uhr, Berta Benz
Prof. (apl.) Dr. med Michael Deuschle

Erste Hilfe bei körperlichen Erkrankungen ist in unserer Gesellschaft akzeptiert und weit verbreitet, aber die Hilfe bei psychischen Problemen müssen wir erst noch in unserer Gesellschaft verankern. Wegen der Häufigkeit psychischer Störungen ist es wichtig, dass möglichst viele Personen psychische Probleme und Krisen erkennen können, Betroffene ansprechen und kompetent Erste Hilfe, also Rat und praktische Unterstützung anbieten können. Das internationale und Evidenz-basierte Programm „MHFA Ersthelfer“ hat das Ziel, dass jede*r Erste Hilfe für psychische Gesundheit leisten kann.

Zu Prof. (apl.) Dr. med Michael Deuschle

Michael Deuschle is a psychiatrist and psychotherapist by training.
Clinically, he is deputy medical director of the dept. of psychiatry and psychotherapy at the Central Institute of Mental Health in Mannheim.
Regarding research, he is head of the research group stress-related disorders. The focus of this group is on dysregulation of stress-responsive systems (HPA, ANS) in stress-related disorders and consequences thereof (allostatic load, metabolic risks). Stress is conceptualized as an adaptation to strains that allows coping of the challenge. The stress reaction is essential for short-term survival of the stressor, but may have deleterious effects on health in the long run. Stress in childhood and youth may have lasting effects on the risk for adult diseases.
Michael Deuschle initiated Mental Health First Aid (MHFA) and organized the national roll-out of the programm in Germany. So far, about 10.000 subjects were qualified as Mental Health First Aiders.

Neuronale Netzwerke: von künstlicher und natürlicher Intelligenz Vortrag

30.09., 17:00 Uhr, Carl Benz
Prof. Dr. Moritz Helmstaedter

Was wir heute unter Künstlicher Intelligenz (KI) verstehen ist künstlich, aber noch nicht wirklich intelligent. Trotz wichtiger Fortschritte ist die heutige KI noch äußerst ineffizient: Sie verschwendet Energie und benötigt Unmengen sogenannter „Labels“. Beides ist teuer und nicht nachhaltig. Vor 50 Jahren wurden die heutigen Methoden der KI von der Neurowissenschaft inspiriert – und die Frage ist naheliegend, ob es aus der Hirnforschung erneut Inspirationen für eine nächste Generation der KI geben kann. Unsere Gehirne sind schließlich unübertroffen in ihrer Energieeffizienz und Lernfähigkeit. Mithilfe neuester Methoden der Netzwerkanalyse im Gehirn („Connectomics“) sollen die Besonderheiten des biologischen Computers in unseren Köpfen bestimmt, Lernregeln verstanden und mögliche Veränderungen im Kontext von Erkrankungen beschrieben werden.

Zu Prof. Dr. Moritz Helmstaedter

Moritz Helmstaedter ist wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und Direktor am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main. Geboren 1978 in Berlin, führte ihn die akademische Ausbildung nach Heidelberg, wo er Medizin und Physik studierte und bei Nobelpreisträger Bert Sakmann promovierte. Nach Post-Doc und einem Intermezzo bei McKinsey ging er 2011 als Forschungsgruppenleiter ans Max-Planck-Institut für Neurobiologie, München, bevor er 2014 nach Frankfurt berufen wurde. Zudem Extraordinarius an der Radboud-Universität Nimwegen (seit 2016), wissenschaftlicher Beirat der Biomedizinischen Big-Data-Initiative der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, Shanghai (seit 2018), Mitglied im Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels (seit 2020).

Verbindung zwischen Leben und Tod. Es ist einfach. Workshop

30.09., 17:00 Uhr, Toulon (A030)
Gustavo Flamme de Miguel

Deutschland ist das Land, in dem am meisten Leute mit Erste-Hilfe-Ausbildung herumlaufen. Und ist auch das Land, in dem am wenigsten Erste Hilfe geleistet wird. Warum?
Ich erkläre, wie man es einfach lösen kann.

Zu Gustavo Flamme de Miguel

Gustavo Flamme de Miguel ist Feuerwehrmann und Notfallsanitäter. Nach einer Zeit als Berufssoldat arbeitete er seit 2005 im Rettungsdienst und seit 2012 bei der Berufs- bzw. Flughafenfeuerwehr.

Aufstieg zu den Gottesgleichungen: Wie die moderne Physik unser Verständnis vom Universum revolutioniert Vortrag

30.09., 17:00 Uhr, Windsor (A309)
Prof. Dr. Erik Bertram

Schon die alten Griechen und Ägypter fragten sich beim Blick in den Sternenhimmel, welche Mysterien sich wohl jenseits des Himmelszelt befinden. Heute wissen wir: Unsere Erde ist nicht der einzige Planet im Sonnensystem, die Sonne nur ein Stern unter Milliarden. Tatsächlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir die großen Fragen unseres Daseins beantworten können: Wer sind wir? Steckt hinter dem Universum ein kluger Bauplan? Was können wir von Schwarzen Löchern über unser Dasein lernen? Oder sind wir Menschen bloß Hologramme, die auf einer höhendimensionalen Membran leben? Nur eine Theorie der Quantengravitation wird uns all diese Fragen beantworten können. In diesem Vortrag skizziere ich u.a. die Entwicklung der theoretischen Physik von der Newtonschen Mechanik, über die Relativitäts- und Quantenfeldtheorie bis hin zu modernen Theorien wie der String-Theorie. Letztere könnte imstande sein, uns Antworten weit über unsere Vorstellungskraft hinaus über das Wesen der Natur zu liefern.

Zu Prof. Dr. Erik Bertram

Im Alter von sieben Jahren bekam Erik Bertram (Jahrgang 1987) sein erstes Teleskop geschenkt. Schon bald darauf stand sein zukünftiger Berufswunsch fest: Er wollte theoretischer Astrophysiker werden. Als Juniorstudent besuchte er bereits während seiner Schulzeit Vorlesungen an der Universität des Saarlandes. Nach seinem Abitur zog er schließlich nach Heidelberg und setzte sein Studium der Physik als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes fort. Nach Forschungsaufenthalten an der Cambridge und Harvard University arbeitete Bertram anschließend am Institut für Theoretische Astrophysik, wo er 2016 über eine Arbeit zur Turbulenztheorie bei Prof. Dr. Ralf Klessen promoviert wurde. Im Jahr 2020 erhielt Bertram im Alter von 31 Jahren einen Ruf auf eine Professur an die Fresenius-Hochschule Heidelberg. Daneben liegt sein Interesse im Bereich der theoretischen Astrophysik, Kosmologie und String-Theorie und er hat mehrere populärwissenschaftliche Bücher über diese Themen geschrieben.

Documensa 8 Workshop

30.09., 21:00 Uhr, Toulon (A030)
Babette Mairoth-Voigtmann

Passend zum Akademiethema „Verbindungen“ werden wir uns dieses Jahr zusammentun und unsere Kreativität vereinigen. Gemeinsam wollen wir eine dreidimensionale Installation anfertigen und dabei jegliches Material verwenden. Wir entscheiden zusammen, ob wir eine Skulptur im Innenraum oder wenn möglich auch im Außenraum schaffen. Auch ein Mobile ist denkbar. Wie das Kunstwerk entsteht, können wir mit Fotos dokumentieren, denn es wird nur eines auf Zeit sein. Gerne kann während der Akademie die Installation weiter wachsen. Am Ende der Akademie müssen wir alles wieder abräumen und fachgerecht entsorgen. Draußen könnten wir, wie der Künstler Andy Goldsworthy, in der Natur vorkommende Materialien zu einem vergänglichen Werk verbinden.

Bitte bringt mit, was ihr verbinden möchtet, Papier, ein Werk von euch, Schnüre, Netze, Klammern, Kleber, Klebeband … und Stifte, Farben.

Die Vernissage zur 8. Documensa am Sonntagmittag soll den Austausch zwischen Kunstschaffenden und Publikum fördern.

Zu Babette Mairoth-Voigtmann

Babette Mairoth-Voigtmann ist Diplom-Designerin (FH) und arbeitet als Grafikerin und Malerin. Sie ist auf allen Mind-Akademien gewesen und seit mehr als einem Jahrzehnt im Orga-Team aktiv. Begeistert spielt sie seit 2002 Improtheater und gehört zu den „Irrationalen“, der Improtheatergruppe des MHNs. Ihre Interessen sind neben dem Zeichnen und der Fotografie auch Natur, Katzen, Bücher, Musik von Blues bis Folk, das MHN und seit kurzem ist sie Fan der TimeLash, der deutschen Convention rund um das Thema Doctor Who. Sie hat sich an Ausstellungen in München und anderen deutschen Städten sowie in Italien beteiligt. Beim MHN hat sie Seminare zu Improtheater und Pressearbeit mitgeleitet. Sie ist Mitglied in der Allianz Deutscher Designer (AGD), der Typographischen Gesellschaft München (tgm), bei Frauenstudien München, bei Mensa in Deutschland und bei der D.O.N.A.L.D. (Deutsche Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus).

Flipcharts gestalten leicht gemacht – ein Mitmach-Vortrag Vortrag

01.10., 09:30 Uhr, Berta Benz
Dr. Markus Gyger

Flipcharts sind ein wunderbares Mittel, um in Meetings, Vorträgen und Workshops die Inhalte visuell aufzubereiten. Richtig eingesetzt erlaubt ein Flipchart eine enge Verbindung zwischen Vortragender*m und dem Publikum. Die Inhalte können mit den Teilnehmenden zusammen zu entwickeln und individuell an die Situation angepasst werden.

In diesem Mitmach-Vortrag lernen die Teilnehmenden Schritt für Schritt, wie sie Flipcharts professionell gestalten können.
- eine saubere, gut leserliche Präsentationshandschrift.
- Gestaltungselemente gezielt einsetzen.
- Piktogramme, also Symbole und Figuren, aus wenigen einfachen Strichen entwickeln.
- Inhalte visuell und anschaulich darstellen.

Alle Teilnehmenden werden gebeten, einen Block mit fester Unterlage, einen dicken Marker und einige Stifte mitzubringen. Auf diese Weise könnte ihr während des Vortrags die Ideen gleich ausprobieren.

Zu Dr. Markus Gyger

Wieso arbeitet ein promovierter Biophysiker als Kommunikationstrainer und systemischer Businesscoach? Schon währen des Studiums nahm Markus Gyger an zahlreichen Moderationsausbildungen teil und engagierte sich in verschiedenen Bildungsprojekten an Schulen und Berufsschulen. Während der Promotion schlug der dann die Brücke zwischen seiner wissenschaftlichen Ausbildung und seinem ehrenamtlichen Engagement. Er spezialisierte sich auf Angebote für Menschen mit naturwissenschaftlich-technischem Hintergrund: Wie können Meetings so gestaltet werden, dass etwas dabei herauskommt? Wie organisiere ich mich so, dass ich die wichtigen Dinge auf die Reihe bekomme? Wie können Inhalte so kommuniziert werden, dass sie die Zuhörenden wirklich erreichen? Bei der Mind-Akademie ist er seit 2007 dabei und hat an jeder Akademie mit Workshops und Vorträgen, Moderationen oder im Orgateam mitgewirkt.
Mehr Informationen unter: www.gyger-training.de

Wie Schlaf die Verbindungen im Gehirn verändert Vortrag

01.10., 09:30 Uhr, Carl Benz
Dr. Albrecht Vorster

Für das Erlernen von Sprachen, Vokabeln und fürs Fahrradfahren ist nicht nur wichtig, wie wir gelernt haben, sondern ob und wie wir danach geschlafen haben. Im Schlaf perfektionieren wir unsere Motorik, sortieren unser Gedächtnis und klären unsere Gefühle. Im Schlaf wird die Grundlage dafür gelegt, was wir tagsüber tun, denken und fühlen. Ohne Schlaf wären wir womöglich alle chronisch dement und kämen aus dem Entwicklungsstadium eines Dreijährigen nicht heraus. Wie in unserem Gehirn im Schlaf die Verbindungen moduliert werden, wie wir den Schlaf verbessern können und ob es sich lohnt seinen Schlaf zu tracken, darum geht es in diesem Vortrag.

Zu Dr. Albrecht Vorster

Dr. Albrecht Vorster, 1985 in Köln geboren, studierte Biologie und Philosophie an der Universität Freiburg sowie der Université de La Réunion. Am Institut für medizinische Psychologie der Uni Tübingen promovierte er über Gedächtnisbildung im Schlaf der Meeresschnecke Aplysia californica. Vorster ist Leiter des Swiss Sleep House Bern am Universitätskrankenhaus Inselspital Bern. Er ist Autor des Buches “Warum wir schlafen” (2019, Heyne Verlag) und entwickelte die App „7Schläfer“ für Menschen mit Ein- und Durchschlafproblemen. Vorster forscht derzeit über die Verbesserung des Schlafes von Krankenhauspatienten sowie Leistungssportlern.

"Komplexer verbunden, als man denkt" oder: Von den Herausforderungen skalierbarer Softwareentwicklung zur Komplexitätsforschung – Ein Reisebericht Vortrag

01.10., 09:30 Uhr, Toulon (A030)
Dr. Tobias Kästner

Um die Unmengen an Software zu erzeugen, die inzwischen in fast allem steckt, das uns tagtäglich umgibt, braucht es auch eine Unmenge an Entwicklern. Berufsbedingt treibt den Autor dabei die Frage um, wie eine immer größer werdende Zahl derselben in immer größer werdenden Projekten zusammenarbeiten kann. Denn meistens bedeuten mehr Entwickler eben nicht, das Software schneller fertig oder besser nutzbar wird. Softwareteams sind komplexe adaptive Systeme und so handelt der Vortrag davon, was passiert, wenn man diese skaliert - oder es auch nur versucht. Denn dann zeigt sich: Weil Vieles mit Vielem verbunden ist, wird aus mehr und mehr vom Gleichem mit einem Mal etwas gänzlich anderes. Dies ist die Kernbeobachtung der Komplexitätsforschung, die in den letzten 50 Jahren so manche neue Wege bahnte und entlang derer es viel Bemerkenswertes zu bestaunen gibt. Skalengesetze, Kritikalität, Selbstähnlichkeit und Emergenz sind die zentralen Phänomene von denen berichtet werden soll.

Zu Dr. Tobias Kästner

Dr. Tobias Kästner ist Expert Engineer bei Methodpark by UL. Er hat in Jena Physik studiert und einige Jahre am Lehrstuhl für Quantentheorie geforscht und gearbeitet. Von dort hat er seine Faszination für komplexe Systeme an jede nachfolgende Station mitgenommen und ist tatsächlich auch immer wieder auf eben solche komplexen Systeme gestoßen. Heute arbeitet er meist als agiler Coach mit Scrum Teams und anderen komplexen adaptiven Systemen oder entwirft als Softwarearchitekt Lösungen für eine immer komplexer vernetzte Informationsgesellschaft. Sein Interesse gilt allem, was Feedback generiert und sich auch sonst nicht-linear und damit interessant verhält.

Impacttechniken zu den Themen Beziehungen, Interaktionen und Konflikte Vortrag

01.10., 11:00 Uhr, Berta Benz
Dipl.-Psych., PPT Frauke Niehues

Impacttechniken aktivieren auf schnellem Weg umfassende Konzepte. Sie können z.B. zur Emotionsaktivierung, Verdeutlichung von komplexen Zusammenhängen, Motivationssteigerung oder Memorierung und Verankerung von neuen Inhalten genutzt werden. Impacttechniken nutzen auf kerative Art und Weise Alltagsgegenstände und sind multisensorisch sowie ressourcen- und lösungsorientiert angelegt.

Ein Beispiel für eine Impacttechnik ist:
Sie nehmen eine Flasche Sprudelwasser, schütteln diese heftig und sagen: „Ich bin total wütend!“. Dann halten Sie die noch verschlossen Flaschenöffnung in Richtung des Klienten, fassen den Schraubverschulß an und fragen: „Wäre es gut, jetzt ins Gespräch zu gehen?“

Nachdem ich aúf der letzten Akademie Impacttechniken zu den Themen Hochbegabung und Selbstwert vorgestellt habe, stehen diesmal Beziehungen, Interaktionen und Konflikte im Mittelpunkt. Für Teilnehmer:innen des letzte Vortrags wird sich fast nichts wiederholen.

Zu Dipl.-Psych., PPT Frauke Niehues

Frauke Niehues ist approbierte Psychotherapeutin in eigener Praxis sowie in der Personal- und Organisationsentwicklung tätig. Sie ist Dozentin an mehreren Universitäten, leitet ein Ausbildungsinstitut und ist Autorin und Herausgeberin der Reihe „Kompetenz!Box“. Darüber hinaus hat sie das Spenden- und Gemeinschaftsprojekts „MethodenSchatz“ gegründet. Hier findet man kostenfreie Onlinevorträge sowie hilfreiche Materialien renommierter TherapeutInnen und Coaches für Therapie und Selbsthilfe.
Frauke Niehues führt weiterhin das Portal „Können-macht-Spaß“ und stellt darauf umfassende Informationen und Materialien zum Thema Hoch- und Höchstbegabung für Betroffene, Therapeuten, Berater, Schulen und KiTas kostenfrei zur Verfügung. Fachleute finden auf dem Portal Vernetzungsmöglichkeiten.
Einen Überblick über Ihre Angebote findet man unter www.frauke-niehues.net. Das Hochbegabungsportal findet man direkt unter www.können-macht-spass.de

Die Titanic und ihre deutschen Verbindungen Vortrag

01.10., 11:00 Uhr, Carl Benz
OStD Malte Fiebing-Petersen

Der Vortrag präsentiert die in über 20 Jahren zusammengetragenen Rechercheergebnisse des Deutschen Titanic-Vereins und deckt auf, welche Verbindungen die Titanic ins deutsche Kaiserreich hatte.
Denn deutsche Firmen haben beim Bau des einstigen Luxusliners mitgewirkt oder das Schiff ausgestattet – von „Villeroy & Boch“ bis „Steinweg & Söhne“.
Darüber hinaus werden die Deutschen an Bord vorgestellt – denn sowohl unter den Passagieren als auch unter den Crewmitgliedern befanden sich deutsche Staatsbürger.
Welchen Grund hatten sie, mit der „Titanic zu reisen, wo sie doch ganz bequem aus Hamburg oder Bremerhaven direkt nach New York reisen konnten?
Warum reiste unter ihnen ein Kölner mit erfunden Adelstitel unter falschem Namen?
Und warum ließ Propagandaminister Joseph Goebbels höchst persönlich anlässlich des 30. Jahrestags des Untergangs 1942 unter großem Aufwand einen Spielfilm über die „Titanic“ drehen, den er dann kurz nach Fertigstellung verbieten ließ?

Zu OStD Malte Fiebing-Petersen

Initialisiert durch die Berichterstattung zum Untergang der Ostseefähre „Estonia“ 1994 begann Malte Fiebing-Petersen sich bereits im Alter von zehn Jahren für Schiffskatastrophen zu interessieren und stieß dabei unweigerlich auf die „Mutter der Schiffsuntergänge“: die „Titanic“. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – verbringt er seit mehr als 20 Jahren seine Urlaube auf den Weltmeeren.
Nach dem Abitur studierte er Deutsch, Geschichte und Latein für das gymnasiale Lehramt in Stuttgart und Kiel. Seit einigen Jahren ist er Schulleiter einer Sonderschule bei Kiel.
Seit vielen Jahren ist er Vorsitzender des Deutschen Titanic-Vereins und ein gefragter Experte für TV- und Printmedien. 2012 veröffentlichte er sein Buch „Titanic (1943) – Die Nazis und das berühmteste Schiff der Welt“ in deutscher und in englischer Sprache.
Für die Reederei TUICruises ist er regelmäßig auf der Mein-Schiff-Flotte als Lektor im Einsatz.
2021 hatte er seine Premiere als Referent bei der MIND-Akademie.

„Kopf aus – Intuition an“ & viel Spaß beim Kritzeln: Verbindung zwischen Verstand und Bauchgefühl erleben Workshop

01.10., 11:00 Uhr, Toulon (A030)
Dr. Sylvia Jung

Alle, die viel denken, kennen wohl das Phänomen: Man sucht krampfhaft nach einer Lösung, recherchiert viel, liest vielleicht nochmal und nochmal in dicken Büchern nach, aber kommt nicht weiter. Und dann, wie aus dem nichts: beim Essen zubereiten, Spazieren oder unter der Dusche – fliegt uns eine neue, hilfreiche Idee zu. Auch beim intuitiven Malen mit Bleistift, Fineliner oder Kuli, geben wir uns Freiraum, Bilder aus dem Bauch heraus entstehen zu lassen. Frei von Bewertung und Beurteilung können wir kreativ werden. Intuitives Zeichnen bzw. Kritzeln geht ohne feste Regeln – mit wenigen inspirierenden Impulsen, die ihr in diesem Workshop erhaltet. Vielleicht könnt ihr Ungewohntes entdecken, eure Phantasie wecken und euch dabei entspannt strecken ;-) Stifte und Papier werden gestellt.

Zu Dr. Sylvia Jung

Sylvia Jung ist Diplom-Psychologin, Systemische Therapeutin / Familientherapeutin (DGSF) und promovierte Gesundheitswissenschaftlerin. Ihre berufliche Laufbahn ist recht abwechslungsreich: wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni im Bereich Versorgungsforschung und Psychoonkologie, Organisationsberaterin & Coach, Projektmanagerin im Maximalversorgungs-Krankenhaus, Projektleiterin für IT-Projekte in Krankenhäusern und dann auf der Suche nach ihrem Platz in der „VUKA-agilen-New-Work-Welt“. Seit 2020 ist sie selbständig und hat ihre Berufung(en) gefunden. Mehr Informationen unter: www.health-mind.de/ueber-mich.html
Mit www.picture-mind.de gibt sie ihrer kreativen Seite Raum. Dort gibt es Online-Bildkarten für Beratung, Coaching, Therapie, Bildung und Zusammenarbeit zur Unterstützung von Erkenntnissen, Emotionen und Entwicklungen.

Von einem, der auszog, das Laufen zu lernen Vortrag

01.10., 14:00 Uhr, Berta Benz
Dr.-Ing. Jette Schumann

Fußgängersimulationen werden zunehmend eingesetzt, um Konzepte für Veranstaltungen, hochfrequentierte Plätze und großräumige Evakuierungen zu überprüfen. Die Visualisierung von Simulationsergebnissen zeigt Tausende von Agenten, die sich über Wege, um Ecken und durch Engstellen bewegen. Doch wie lernte der Agent das Laufen? Und wie werden die Verbindungen zwischen dem Start und Ziel auf seinem Weg bestimmt?

Im Vortrag werden die verschiedenen Ebenen der Modellierung von Personenströmen vorgestellt – von der groben Wegfindung bis zur Interaktion der Agenten miteinander. Eine tragende Rolle spielt dabei das Fundamental-Diagramm der Fußgängerdynamik. Dieses bildet die Verbindungen zwischen Geschwindigkeit, Dichte und Fluss in Menschenmengen ab. Um diese Zusammenhänge genauer zu untersuchen und die Modelle zu verfeinern bzw. zu validieren, sind Daten nötig, die in Labor- oder Feldstudien gewonnen werden. Es folgt ein Einblick in derartige Studien und den aktuellen Stand der Forschung.

Zu Dr.-Ing. Jette Schumann

Jette Schumann hat angewandte Mathematik und Informatik studiert. Sie ist seit 2015 als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Zivile Sicherheitsforschung am Institute for Advanced Simulation (IAS-7) des Forschungszentrums Jülich tätig.

Im Rahmen ihrer Promotion befasste sie sich mit der Datenerfassung und -analyse in Laborstudien mit Menschenmengen hoher Dichte. Im Jahr 2019 wechselte Frau Schumann von der Empirie zur Modellierung und koordiniert seitdem Forschungsprojekte mit Fokus auf anwendernahe Fußgängersimulationen.

Kernfusionsforschung – die Sonne auf die Erde holen Vortrag

01.10., 14:00 Uhr, Carl Benz
Prof. Dr. Hartmut Zohm

Die Fusion von Wasserstoffkernen ist die Energiequelle der Sterne. Seit mehr als einem halben Jahrhundert arbeiten Forscher daran, diesen Prozess auf der Erde nutzbar zu machen und sind ihrem Ziel schon sehr nahe gekommen. Ausgehend von der Beschreibung des 'Fusionsreaktors Sonne' wird im Vortrag dargestellt, wie ein Fusionskraftwerk auf der Erde realisiert werden soll. Dabei wird insbesondere auf den Einschluss heißer Wasserstoffplasmen in magnetischen Feldern in Tokamaks und Stellaratoren eingegangen. Der derzeitige Stand der Forschungsarbeiten sowie die weltweiten Pläne zum nächsten Schritt, dem Nachweis der positiven Energiebilanz im gerade im Bau befindlichen ITER-Experiment, werden im Detail vorgestellt.

Zu Prof. Dr. Hartmut Zohm

Prof. Hartmut Zohm ist seit 1999 wissenschaftliches Mitglied des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik und Leiter des Bereichs Tokamak-Szenario-Entwicklung. Für seine Doktor­arbeit wurde er 1991 mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet. Nach einem Auslandaufenthalt in San Diego bei General Atomics habilitierte Hartmut Zohm 1996 an der Universität Augsburg im Fach Experimentalphysik. Von 1996 bis 1999 lehrte er als Professor für Elektro­technik und Plasmaforschung an der Universität Stuttgart.

Das Arbeitsgebiet von Prof. Zohm ist die Untersuchung der magneto-hydrodynamischen Stabilität magnetisch eingeschlossener Fusionsplasmen. 2014 wurde er für seine Arbeiten auf diesem Gebiet mit dem John Dawson Award der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft ausgezeichnet, 2016 mit dem Hannes-Alfvén-Preis der Europäischen Physikalischen Gesellschaft.

Getting Consent Workshop

01.10., 14:00 Uhr, Toulon (A030)
Carmen Mayer

Obwohl Konsens finden manchmal seltsam oder albern wirkt, ist es ein toller, nie abgeschlossener Prozess, der tolles ermöglichen kann. Zu lernen, wo die eigenen Grenzen sind und diese mitzuteilen ist einer der ersten Schritte, um Beziehungen miteinander zu gestalten, die allen Beteiligten gut tun, egal in welchem Kontext. Offene Kommunikation ist notwendig, um miteinander darüber reden zu lernen und uns damit wohler zu fühlen. Grenzen können sich mit der Zeit verändern und Zustimmung widerrufen werden. Aber was, wenn mein Gegenüber schon durch die Frage unangenehm getriggert wird? Oder dadurch, dass ich nicht frage und Abstand halte? Und was ist, wenn mich etwas triggert, was gesellschaftlich zu tolerieren ist (z.B. dass Menschen Miniröcke tragen)? Wie kann ich mit all diesen Fragen umgehen und es schaffen, trotz aller Unsicherheiten zu kommunizieren und das ohne mein Gegenüber unter Druck zu setzen oder ihm*ihr zu Nahe zu treten? In diesem Workshop nähern wir uns gemeinsam an.

Zu Carmen Mayer

Carmen ist Sozialarbeiterin (B.A.), pädagogische Leitung einer außerklinischen Kinderintensivpflege-Einrichtung und Studentin der "Transformationsstudien: Öffentliche Theologie und Soziale Arbeit". Mehrere Fortbildungen im Bereich der Sexualpädagogik und der Prävention von sexualisierter Gewalt, sowie die Entwicklung und Implementierung von einrichtungsbezogenen Sexualschutzkonzepten. Im MHN mehrjährige Erfahrung bei Aufbau und Entwicklung des Vertrauenspersonen-Teams, sowie selbst als Vertrauensperson.

Sicherheitspolitische Fragen zum Ukraine-Konflikt Vortrag

01.10., 15:30 Uhr, Berta Benz
Bastian Winkler

Mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Russland die regelbasierte internationale Ordnung, welche seit Ende des Zweiten Weltkriegs besteht, massiv beschädigt. Bei vielen Menschen ruft diese Entwicklung Unsicherheit und Angst hervor, da in Deutschland im Allgemeinen wenig Wissen zu sicherheitspolitischen Themen vorhanden ist. Der Vortrag soll dazu dienen, diese Unsicherheit ein wenig zu reduzieren. In den ersten Minuten werde ich kurz auf den bisherigen Verlauf des Krieges und die Folgen für die internationale Ordnung eingehen. Abhängig vom Verlauf lassen sich bis dahin auch schon erste strategische und taktische Erkenntnisse auswerten. Den größten Teil des Vortragsslots sollt Ihr aber mit Euren Fragen zur Thematik gestalten. Ihr könnt mir die Fragen direkt während des Vortrags stellen, mich auf der Akademie ansprechen oder schon vorab per Mail (bastiwinkler@gmx.de) ansprechen. Ich versuche dann, so gut es mir möglich ist, darauf einzugehen (gern auch in kontroverser Diskussion ;-).

Zu Bastian Winkler

Nach meinen zwölf Jahren als Technischer Offizier bei der Luftwaffe war ich zunächst bei der NGO DEMIRA Deutsche Minenräumer e.V. erst als Projektleiter und später als Geschäftsführer tätig. Seit 2018 bin ich Kfm. Geschäftsführer der Igel und der Hasen Apotheke in München-Allach. Die sicherheitspolitische Sphäre habe ich jeodch nie wirklich verlassen, da ich als Reservist regelmäßig im Kreisverbindungskommando Dachau tätig bin und nebenbei Politikwissenschaft an der FernUni Hagen studiere.

Zuerst die Reichen, dann die Armen: Über die Verbindung zwischen sozialem Status und der Ausbreitung von COVID-19 und der Spanischen Grippe Vortrag

01.10., 15:30 Uhr, Carl Benz
Jana Berkessel

Kein Zweifel: Die sozial Schwächeren trifft die Pandemie besonders hart. Menschen mit niedrigem sozialen Status können sich beruflich und privat schlechter vor dem Virus schützen und sind daher stärker betroffen. Aber gilt das in jeder Phase der Pandemie? Wir haben Daten aus der COVID-19 Pandemie und der Spanischen Grippe untersucht und herausgefunden, dass in den frühen Phasen, in denen es noch keine Infektionsschutzmaßnahmen gibt, genau das Gegenteil gilt: Menschen mit hohem sozialen Status sind in dieser Phase besonders häufig betroffen. Ein Grund dafür könnte sein, dass Menschen mit hohem sozialen Status auf besonders heterogene soziale Netzwerke haben, die sie einer besonderen Gefahr aussetzen einen neuen Virus zu bekommen und zu verbreiten.

Zu Jana Berkessel

Ich bin aktuell Doktorandin in der kulturvergleichenden Sozial- und Persönlichkeitspsychologie an der Universität Mannheim. In meiner Promotion beschäftige ich mich mit sozioökonomischen und soziokulturellen Ursachen des Wohlbefindens. Dabei untersuche ich unter anderem, welche Effekte sozialer Status auf das psychische und physische Wohlbefinden hat und welche Rolle dabei verschiedene Kulturfaktoren wie kulturelle Religiosität spielen. Um mich noch etwas genauer mit verschiedenen Aspekten des Wohlbefindens zu beschäftigen habe ich einen Forschungsaufenthalt in New York gemacht. Vor meiner Promotion in Mannheim habe ich in Köln Psychologie studiert, mit Auslandsaufenthalten in den USA und England.

Was ist Diversity und warum sollte sie uns alle etwas angehen? Vortrag

01.10., 15:30 Uhr, Toulon (A030)
Dr. Juliane Handschuh

„Diversity“ – ein Buzzword, das in aller Munde durch Organisationen getragen wird. „Wir müssen bunter werden“ ist ein Satz, den man dort oft hört. Um Bereitschaft zu mehr Vielfalt zu zeigen, werden mit den besten Absichten die LGBTQIA+-Flagge in Firmen-Logos oder Menschen mit sichtbar anderer ethnischer Herkunft auf Firmen-Flyern integriert.
„Diversity“ ist Trend. Sie verspricht Wachstum, Erfolg und verschafft Organisationen ein positives Image.

Doch sollte es darum bei der Gestaltung diverser Teams wirklich gehen? In Ihrem Vortrag wird Dr. Juliane Handschuh die Notwendigkeit von Diversität aus der Perspektive marginalisierter Gruppen beleuchten und erklären, was es mit Diversität im Sinne der gesellschaftlichen Teilhabe auf sich hat. Denn darum sollte es eigentlich gehen: Unsere Gesellschaft sollte sich in Ihrer Vielfalt in allen Ebenen der Unternehmen spiegeln, damit alle Menschen sich bei der Entwicklung von Produkten oder gesellschaftlichen Prozessen gesehen und gehört fühlen.

Zu Dr. Juliane Handschuh

Dr. Juliane Handschuh ist ausgebildete und promovierte Neurowissenschaftlerin mit Forschungserfahrung in in den Bereichen molekulare Neurowissenschaften und Immunologie.
Mit mehr als zehn Jahren Erfahrung in universitärer und außeruniversitärer Forschung ist sie mittlerweile freischaffende Trainerin für Soft Skills und hilft Wissenschaftler*innen mit deren Personalentwicklung. Ihr Fokus liegt auf der Stärkung von Schlüsselkompetenzen wie (wissenschaftliche) Kommunikation, Führung, Karriereentwicklung sowie Zeit- und Selbstmanagement.
Ihr persönliches Herzensanliegen ist das Thema Diversität in der Wissenschaft. Hier engagiert sie sich für die Sensibilisierung für das Thema sowie das Empowerment diverser Gruppen innerhalb der Wissenschaftslandschaft.

Bessere Entscheidungen mit Verstand und Gefühl Vortrag

01.10., 17:00 Uhr, Berta Benz
Miriam Lorenzen

Manche glauben ja, Gefühle seien zutiefst unlogisch und daher bestmöglich zu unterdrücken. Andere beschwören ihr "Bauchgefühl" und ihre Intuition und werten die kühle Ratio ab. Mit beiden Ansätzen verzichtet man auf wertvolle Informationen, die bei Entscheidungen weiterhelfen können. Ich möchte in meinem Vortrag mit theoretischen Modellen und praktischen Anwendungsbeispielen Vernunft und Gefühle verbinden, einen Zugang zu der ganz eigenen Logik der Gefühle bieten und dazu einladen, auf die Botschaften der Gefühle zu hören, ohne ihnen blind zu folgen. (Für Kenner der Materie: Die meiste Theorie ist nachzulesen im DBT-Konzept nach Linehan & Bohus.)

Zu Miriam Lorenzen

Geboren 1987 bei Bremen verbrachte Miriam Lorenzen ihre Kindheit in Schleswig-Holstein im weiter nicht sonderlich interessanten Rendsburg. Nach Erwerb des Abiturs 2005 erholte sie sich einige Monate vom Leben in der Kleinstadt in Berlin, dann zog sie zum Psychologie-Studium nach Wien. Mit den dort gesammelten Erfahrungen ging es im höheren Semester nach Bielefeld, wo sie ihr Studium 2012 mit einer Arbeit über Intimate Partner Violence (Beziehungsgewalt) und dem Diplom-Titel abschloss. Mit der 2015 durch die postgraduale Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin erworbenen Approbation wurde sie sodann in einer psychosomatischen Tagesklinik in München mit DBT-Konzept tätig. 2020 erfolgte der Umzug ins Umfeld von Leipzig und die Geburt ihrer Tochter. Seit 2021 ist sie in einer ambulanten Psychotherapie-Praxis angestellt.

Neuronal networks in the brain and optimal information processing Vortrag

01.10., 17:00 Uhr, Carl Benz
Dr. Anna Levina

The human brain is an amazing computational device. It can perceive, process, and store great amounts of information using its 80 billion neurons, each interacting with thousands of other neurons. Only recently, experimental techniques have been developed for sampling the activity of hundreds of neurons in parallel, offering unprecedented access to the collective dynamics. Theoretical understanding is essential to make use of the data and understand the capabilities of a system of such complexity. In my talk, I will discuss how neural networks' structures can be inferred from the data and what are some of the network features. Furthermore, I will show how computational approaches allow the characterization of collective dynamics in biological neural networks and investigate the interplay between dynamics, topology, and information processing capabilities of the network.

Zu Dr. Anna Levina

Anna Levina is an assistant professor at the University of Tübingen, Germany, where she leads a group on "Self-organization and optimality in neuronal networks" funded by the Sofja Kovalevskaja Award of the Humboldt Foundation. Previously she was an independent research fellow at IST Austria and a Postdoctoral Researcher at the Max Planck Institute for Mathematics in the Sciences. Her studies and Ph.D. were in Mathematics from Saint-Petersburg State University and Göttingen University, Germany, respectively.

Makramee – einfache Verbindungen Workshop

01.10., 17:00 Uhr, Schiller (C301)
Babette Mairoth-Voigtmann

Eine Einführung in das Verbinden und Flechten von Schnüren, Kordeln und Seilen

Ich zeige euch ein paar einfache Knoten und Techniken, mit denen ihr Schlüsselanhänger, Armbänder, Gürtel, kleine Wandbehänge oder Girlanden und später zuhause auch Blumenampeln knüpfen könnt.

Bringt bitte Makramee-Kordeln und -Schnur (nicht dehnbar), Holzperlen mit passendem Durchmesser, Schlüsselringe oder kleine -Karabiner, Holz- oder Metallringe, Schere, und, wenn vorhanden, ein Maßband mit. Für Armbänder eignen sich auch runde Lederschnüre. Eine Makramee-Kordel zum Üben und werde ich mitbringen.

Zu Babette Mairoth-Voigtmann

Babette Mairoth-Voigtmann ist Diplom-Designerin (FH) und arbeitet als Grafikerin und Malerin. Sie ist auf allen Mind-Akademien gewesen und seit mehr als einem Jahrzehnt im Orga-Team aktiv. Begeistert spielt sie seit 2002 Improtheater und gehört zu den „Irrationalen“, der Improtheatergruppe des MHNs. Ihre Interessen sind neben dem Zeichnen und der Fotografie auch Natur, Katzen, Bücher, Musik von Blues bis Folk, das MHN und seit kurzem ist sie Fan der TimeLash, der deutschen Convention rund um das Thema Doctor Who. Sie hat sich an Ausstellungen in München und anderen deutschen Städten sowie in Italien beteiligt. Beim MHN hat sie Seminare zu Improtheater und Pressearbeit mitgeleitet. Sie ist Mitglied in der Allianz Deutscher Designer (AGD), der Typographischen Gesellschaft München (tgm), bei Frauenstudien München, bei Mensa in Deutschland und bei der D.O.N.A.L.D. (Deutsche Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus).

Musikalische Verbindungen Workshop

01.10., 17:00 Uhr, Toulon (A030)
Andreas Klik

Was ist zuerst da: die Melodie oder der Text? Und selbst wenn – wechselseitige Abhängigkeiten machen Songwriting zu einer komplexen Tätigkeit.

Hast du Lust zu singen, texten oder komponieren? Vielleicht ein kurzes A-cappella-Shanty?

Wir werden Musik-, Melodie- und Text-Gruppen geschickt miteinander verbinden und vermutlich einen Hit landen!

Zu Andreas Klik

Andreas Klik war nach seinem BWL-Studium an den Universitäten Hamburg und UCLA als Unternehmensberater und Forscher unterwegs. Zurzeit unterrichtet er Wirtschaft, Englisch, Mathematik und Deutsch an einer Hamburger Berufsschule. Zu seinen Freizeitbeschäftigungen gehören das Musizieren, Tanzen, Jonglieren und Zaubern.

Verbindungen – Partnering im Paartanz Workshop

01.10., 20:00 Uhr, Berta Benz
Dr. Artus Ph. Rosenbusch

Zwei Fremde begegnen sich beim Brazilian Zouk. Ein Seniorenpaar in Turnier-Outfit tanzt ihre Endrunde Wiener Walzer. Ein Junge auf einer Salsa-Party ruft seiner Partnerin mitten im Lied zu "so, jetzt führ Du mal!" und beide lachen.

In mancher Hinsicht könnte Führen und Folgen unterschiedlicher nicht sein. Jeder Tanz folgt eigenen Regeln, eigener Bewegungslogik. Und doch sind alles Paartänze. Nicht nur die beiden Tänzer reagieren mit Gänsehaut, wenn eine echte Begegnung stattfindet, wenn die Kommunikation stimmt, sich die Bewegung beider Körper verbindet.

Anhand einfacher Bewegungen und Prinzipien wollen wir erfühlen, wie dies gelingt.

WICHTIG:
- Auch Anfänger sind willkommen
- Einiges ist allerdings wesentlich:
- Bitte seid offen, sowohl Follower als auch Leader zu tanzen
- Keiner muss hier toll aussehen, oder irgendetwas darstellen ... es geht ums Lernen, ums Ausprobieren, nicht ums Performen!
- Berührungsängste, Judging und Schamgefühle also bitte draußen lassen :-)

Zu Dr. Artus Ph. Rosenbusch

Artus hat in Darmstadt und Salamanca Mathematik studiert, in Spieltheorie (fairness considerations in cooperative n-person games) promoviert und kommt seit über 15 Jahren regelmäßig und gern auf die MinD Akademie.

Beruflich führte seine Karriere von booz&co zur Inhouse-Beratung bei RWE, später innogy Consulting. Einmal nach Dubai (als Vice President für die Projekte in Middle East verantwortlich) und zurück (Head of LRN LAB Berlin).

In 2021 beendete er seine Laufbahn als Unternehmensberater in Anstellung, um drei neue Hüte zu tragen:
- eine aktive Rolle als Vater
- seine Selbständigkeit als Trainer und Leadership-Coach
- und die Gründung einer gGmbH im Bereich von Sustainability + Learning

In seiner Freizeit liebt er den Tanzsport, sein Klavier, spielt gern Go und ist ein Freund von Meditation und Massagen.

Magische Verbindungen Workshop

01.10., 20:00 Uhr, Carl Benz
Andreas Klik

In diesem Workshop tricksen wir uns gegenseitig aus.

Wir staunen über und lernen Zauberklassiker, bei denen sich alles um Verbindungen dreht.

Zu Andreas Klik

Andreas Klik war nach seinem BWL-Studium an den Universitäten Hamburg und UCLA als Unternehmensberater und Forscher unterwegs. Zurzeit unterrichtet er Wirtschaft, Englisch, Mathematik und Deutsch an einer Hamburger Berufsschule. Zu seinen Freizeitbeschäftigungen gehören das Musizieren, Tanzen, Jonglieren und Zaubern.

Bücherschaulaufen Sonstiges

01.10., 21:00 Uhr, Toulon (A030)
Dr. Eva Börgens

Das mittlerweile alljährliche Bücherschaulaufen: Du hast ein Buch gelesen, das Du unbedingt anderen MHNlern weiterempfehlen willst, oder Du brauchst mal wieder neue Leseanregungen? Dann bist Du beim Bücherschaulaufen richtig. Es ist alles erlaubt, was interessiert: hochgeistiges Sachbuch, fesselnder Krimi oder Kinderbuch.
Für die Planung gibt es dabei einen gewissen Rahmen: a) Redezeit 3-4 min (plus Frage-Zeit), b) Beantworte kurz ein paar Fragen* am besten vor der Akademie.
Sende Deine Antworten bitte an buecherschaulaufen@mind-hochschul-netzwerk.de oder fülle auf der Akademie den Bogen aus.

*Fragen des Fragebogens: (1) Autor und Titel (2) Inhalt in drei Sätzen (3) Hat dieses Buch vielleicht sogar mein Lebensgefühl, mein Denken, mein Leben geprägt? Wenn ja, wie? (4) Wer sollte dieses Buch lesen? Warum? (5) Wie lange braucht man in etwa zum Lesen? (6) Zitat einer typischen Passage oder Wendung.

Zu Dr. Eva Börgens

Nach der Schule entschied ich mich, ein Fach zu studieren, das im Abibuch nur als "Geo-was bitte?" beschrieben wurde. Ja, Geodäsie, hieß früher mal Vermessungswesen. Also zog ich ins schöne Bonn, um dort und in Calgary (Kanada) Geodäsie und Geoinformation zu studieren. Dies erfolgreich beendet, dürstete es mich nach noch mehr Wissen und ich wechselte für meine Promotion an die TU München, und nun weiter als PostDoc ans Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam. Da ich nie so der geschickteste Mensch war, bot sich für mich die Satellitengeodäsie sehr an. Da konnte ich vor dem Computer sitzen bleiben und trotzdem globale, vom Klimawandel beeinflusste Phänome studieren.
Wenn ich nicht mit der Forschung meinen Wissensdurst stille, verschlinge ich seit meiner Jugend Bücher zu jedem mir in die Finger kommenden Thema. Leider bleibt dafür mittlerweile nicht mehr annähernd genügend Zeit!

Hochbegabung und psychische Gesundheit Vortrag

02.10., 09:30 Uhr, Berta Benz
Dipl.-Psych. Christina Heil

Die Verbindung von Hochbegabung und psychischer Gesundheit bzw. psychischen Erkrankungen war bereits mehrfach Gegenstand psychologischer Studien, die widersprüchliche Ergebnisse lieferten. So besagt die Harmonie-Hypothese, dass Hochbegabte psychisch besonders stabil seien, während die Dysharmonie-Hypothese genau das Gegenteil postuliert, nämlich dass Hochbegabte besonders häufig von psychischen Problemen betroffen seien. Der Vortrag erläutert die Herausforderungen der psychologischen Begabungsforschung und auf diesem Hintergrund die bisherigen Erkenntnisse zum Thema. Auch psychische Doppel- und Fehldiagnosen bei Hochbegabten sowie Besonderheiten Hochbegabter bei psychischen Erkrankungen werden exemplarisch geschildert. Des Weiteren werden mögliche begabungsbezogene Risikofaktoren für die Entstehung psychischer Erkrankungen sowie begabungsbezogene Resilienzfaktoren für die Erhaltung der psychischen Gesundheit dargestellt.

Zu Dipl.-Psych. Christina Heil

Als Psychologische Psychotherapeutin mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie bin ich seit Ende 2018 in eigener Privatpraxis in Pforzheim niedergelassen. Zuvor arbeitete ich nach meinem Psychologiestudium und meiner Therapieausbildung an der psychotherapeutischen Hochschulambulanz der Universität Tübingen. Seit dem Alter von dreizehn Jahren bin ich blind. Seit 2018 befasse ich mich persönlich und beruflich mit dem Thema Hochbegabung, bin Mensa- und MHN-Mitglied und habe in den letzten Jahren Fachartikel sowie Forschungsarbeiten zum Thema Hochbegabung in der Psychotherapie veröffentlicht, zu finden unter www.psychotherapie-heil.de/publikationen. Da die Hochbegabung einen meiner Arbeitsschwerpunkte darstellt, verfüge ich über vielfältige Erfahrung mit hochbegabten Klient*innen und bin in diesem Bereich auch regelmäßig als Referentin für Fachverbände und therapeutische Ausbildungsinstitute tätig.

"Drum Freunde reichet Euch die Hand" – Studentische Verbindungen in Vergangenheit und Gegenwart Vortrag

02.10., 09:30 Uhr, Carl Benz
Prof. Dr. Matthias Stickler

Studentenverbindungen sind eine sehr wandlungsfähige Sozialisationsform an den Universitäten Mitteleuropas, die vom "Humboldtschen" Universitätssystem geprägt wurden. Ihre Anfänge reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Waren S. anfangs v.a. Selbsthilfe- und Schutzorganisationen auf Zeit von Studenten am Ort, so wandelten sie sich im 19. Jahrhundert zu auf Dauer angelegten vereinsähnlichen, generationenübergreifenden Organisationen, die Dachverbände und damit überregionale Netzwerke ausbildeten sowie in ihrer pluralistischen Vielfalt die Studentenschaft an sich repräsentierten. Dass die S. diese privilegierte Stellung im 20. Jahrhundert verloren, hat v.a. zwei Gründe: Erstens der Rechtsruck nach 1918, der es den Nationalsozialisten leicht machte, die S. für ihre Ziele zu instrumentalisieren, was ihre Gleichschaltung und Auflösung dennoch nicht verhinderte, zweitens die Folgen der Bildungsexpansion nach 1945, die die "klassische Phase" der deutschen Universität endgültig beendete.

Zu Prof. Dr. Matthias Stickler

Geb. 1967 in Aschaffenburg. 1986: Abitur am Karl-Theodor-von-Dalberg-Gymnasium Aschaffenburg. 1988-1993: Studium der Fächer Geschichte, Deutsch und Sozialkunde für das Lehramt an Gymnasien an der Universität Würzburg, Ablegung der Ersten Staatsprüfung. 1993-1996: Anfertigung einer Doktorarbeit. 1995-2007: Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Assistent und Oberassistent am Lehrstuhl für Neueste Geschichte der Universität Würzburg. 1997: Promotion zum Doktor der Philosophie. 2003: Habilitation, Erteilung der Lehrbefähigung und der Lehrbefugnis für das Fach „Neuere und Neueste Geschichte“, Ernennung zum Privatdozenten. 2005-2007: Lehraufträge an den Universitäten Mainz und Bonn. Seit 2008: Studiengangkoordinator („Bologna-Beauftragter“) der Philosophischen Fakultät der Universität Würzburg. 2010: Bestellung zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Würzburg. 2011: Bestellung zum Wissenschaftlichen Leiter des Instituts für Hochschulkunde an der Universität Würzburg.

Evaluating our Friendships and Personal Community Workshop

02.10., 09:30 Uhr, Toulon (A030)
Dr. Christian Langkamp

Neben unseren Familien sagen viele Menschen dass ihre Freundschaften das Wichtigste oder eine der Wichtigsten Aspekte in ihrem Leben sind. Trotzdem wird ebenso von einer Einsamkeitsepidemie gesprochen, viele sind oder fühlen sich einsam.
Hierbei kann man sagen, dass gute Freundschaftspflege sozusagen dann direkte Einsamkeitsprophylaxe ist.

Der Workshop soll uns ermöglichen einen strukturierten Überblick über unsere Personal Community zu erhalten. Hierbei begutachten wir selber unter Anleitung mit Material (4 bedruckte A3-Bögen, wird gestellt), wer unsere Hauptfreunde sind und waren, was sie uns bedeuten, was wir ihnen bedeuten und leiten für uns ab, welche "Neujahrsvorsätze" wir uns für unsere Freundschaften für die Zukunft vornehmen wollen.

Zu Dr. Christian Langkamp

Christian ist seit seinem Studium der Mathematik in Oxford und Wirtschaftswissenschaften in Aachen beruflich in der BASF-Gruppe in verschiedenen Funktionen in Finanzen und IT Tätig. Er beschäftigt sich aber in seiner Freizeit mit dem Thema Freundschaft und insbesondere Freundschaftspflege. Dazu hat er 2021 als Ergebnis seines Sabbaticals das Buch Practical Friendship publiziert (in der deutschen Ausgabe Freundschaft Leben). Darin vergleicht er die unterschiedlichen Verständnisse von Freundschaft welche die Philosophie, Psychologie, Soziologie oder die Self-Help-Literatur pflegt und leitet ab, wie sich Freundschaften am besten pflegen und weiterentwickeln lassen.

Systemische Fragetechniken – die richtige Frage zum richtigen Zeitpunkt Workshop

02.10., 09:30 Uhr, Windsor (A309)
Dr. Markus Gyger

Fragen sind eine scheinbar harmlose Intervention, die jedoch nicht unterschätzt werden sollte. Geschickt eingesetzt können sie den Gefragten auf neue Gedanken und Ideen bringen, tiefe Reflexionsprozesse anregen und subtil und oft unbemerkt eine Menge Inhalt transportieren. Der systemisch-konstruktivistische Ansatz geht davon aus, dass wir einen großen Teil unserer Wirklichkeit durch unsere Kommunikation konstruieren. Fragen haben die Macht, diese Konstruktionen zu verändern. Nicht umsonst zählen in allen Formen der systemischen Beratung Fragetechniken zum wichtigsten Handwerkszeug. Auch in anderen Kontexten wie etwa bei der Moderation, in Verhandlungen oder zur Konfliktklärung ist ein gutes Gespür für die richtige Frage zu richtigen Zeitpunkt unerlässlich.

In diesem Workshop werdet ihr mit einigen Fragetechniken aus dem Werkzeugkoffer des systemischen Coachings vertraut gemacht. Ziel ist es, durch Input, Übungen und Reflexion das Gespür für Fragen und deren Wirkung zu erweitern.

Zu Dr. Markus Gyger

Wieso arbeitet ein promovierter Biophysiker als Kommunikationstrainer und systemischer Businesscoach? Schon währen des Studiums nahm Markus Gyger an zahlreichen Moderationsausbildungen teil und engagierte sich in verschiedenen Bildungsprojekten an Schulen und Berufsschulen. Während der Promotion schlug der dann die Brücke zwischen seiner wissenschaftlichen Ausbildung und seinem ehrenamtlichen Engagement. Er spezialisierte sich auf Angebote für Menschen mit naturwissenschaftlich-technischem Hintergrund: Wie können Meetings so gestaltet werden, dass etwas dabei herauskommt? Wie organisiere ich mich so, dass ich die wichtigen Dinge auf die Reihe bekomme? Wie können Inhalte so kommuniziert werden, dass sie die Zuhörenden wirklich erreichen? Bei der Mind-Akademie ist er seit 2007 dabei und hat an jeder Akademie mit Workshops und Vorträgen, Moderationen oder im Orgateam mitgewirkt.
Mehr Informationen unter: www.gyger-training.de

Persönliche Verbindungen: über die Zukunft von Demokratie ohne gemeinsame Wahrheit Vortrag

02.10., 10:00 Uhr, Toulon (A030)
Dr. Davoud Taghawinejad

Vor der Verbreitung von sozialen Medien – als wir noch einige wenige Nachrichtensendungen sahen und es eine überschaubare Anzahl von überregionalen Zeitungen hatten – gab es eine „gemeinsame Wahrheit“. Während die Interpretation der gemeinsamen Wahrheit je nach Weltanschauung unterschiedlich war, hat die Mehrheit in der Regel an dieselben Fakten geglaubt.

Seit dem Advent der sozialen Medien zersplitterte nicht nur die Interpretation der gemeinsamen Wahrheit, sondern unterschiedliche Teile der Gesellschaft haben unterschiedlichen Wahrheiten: Verschiedene Gruppen der Gesellschaft glauben an verschiedene Fakten.

Durch Dialog hat Demokratie mit einer gemeinsamen Wahrheit, trotz unterschiedlichen interpretationen funktioniert. Wenn wir jedoch keine gemeinsame Wahrheit haben, funktioniert das nicht mehr. Dies ist eine existentielle Gefahr für die Demokratie.

Dieser Vortrag zeigt auf, wie wir durch persönliche Verbindungen und yperlokalität wieder zu gemeinsamen Wahrheiten finden können.

Zu Dr. Davoud Taghawinejad

Davoud ist Data Science und Modeling Practice Leader bei Whiteshield, einer globalen Politikberatungsfirma. Er ist Ökonom mit 10 Jahren Erfahrung in Politikberatung und Politikmodellierung, mit Projekten in Arbeitsmarktökonomie, Arbeitsmarktnationalisierung, Bildungspolitik und Modellierung von globalen petrochemischen Lieferketten.

Am Massachusetts Institute of Technology hat Davoud ein Projekt zur Saudisierung des saudi-arabischen Arbeitsmarkts geleitet. Das Model wurde der Regierung als Regulierungssimulator-App zur Verfügung gestellt.
Beim Joint Research Center der Europäischen Kommission (2016) und bei den Vereinten Nationen (2020) ist Davoud Experte für E-governance und modellbasierte Gesetzes- und Regulierungsentwicklung.
Unter anderem publizierte Davoud zu Konjunkturzyklen, Netzwerkeffekten von Zentralbankinterventionen und Computermodellierung in der Volkswirtschaftslehre.

Mathematik in Kunst und Musik Vortrag

02.10., 11:00 Uhr, Berta Benz
Prof. Jürgen Richter-Gebert

Mathematik ist eine schöne Wissenschaft. Leider erschließt sich diese Schönheit nicht immer sofort. Um die Ästhetik mancher Gleichungen wahrzunehmen, muss man nicht selten einige Hintergründe verstehen. Anders wird die Situation, wenn die Mathematik zur Grundlage des ästhetischen Gestaltens wird, wenn sich logische Strukturen in räumlichenn Körpern, regelmäßigen Ornamenten, interessanten Rhythmen oder Tonfolgen manifestieren. Hier spricht oft die innere logische Schönheit durch das Objekt und wird direkter zugänglich (zumindest als ästhetischer Reiz).

Der Vortrag berichtet von dem Abenteuer Software und Apps zu schreiben, die dem mathematischen Laien den Brückenschlag von Mathematik zu Kunst und Musik ermöglichen. Nicht selten sind bei der Erstellung der Software selbst Probleme zu lösen, mathematische, gestalterische und psychologische. Der Vortrag ist angereichert mit vielen Software Demostrationen, Visualisierungen und Klangbeispielen.

Zu Prof. Jürgen Richter-Gebert

Studium Mathematik and der TU Darmstadt, Promotionen 1992 an der TU Darmstadt und KTH Stockholm. Habilitation 1996 an der TU Berlin, Assistenzprofessur für Informatik 1997-2001 ETH Zürich. Lehrstuhl für Geometrie und Visualisierung TU München seit 2001. Forschungsgebiete: Dynamische, projektive und kombinatorische Geometrie, Visualisierung, geometrische Invariantentheorie, computergestützte Mathematik. Großes Engagement für Wissenschaftskommunikation für die Öffentlichkeit. Wichtige Preise und Auszeichnungen: Deutscher Bildungssoftwarepreis (2000), European Academic Software Award (2001), MedidaPrix (2008), Ars Legendi Preis der Hochschulrektorenkonferenz und des Stifterverbands (2011), Communicator Preis von DFG und Stifterverband (2021). Entwicklung zahlreicher Apps und Softwareprojekte.

Fantastische Steckverbinder (und wo sie zu finden sind) Vortrag

02.10., 11:00 Uhr, Carl Benz
Johannes Frielingsdorf

In der Verbindungstechnik gibt es unzählige Arten und Weisen, wie Energie oder Daten übertragen werden können. Und hinter den mechanischen Lösungen verbergen sich sehr oft interessante Probleme und Anwendungen.

Elektrische Verbindungstechnik ist in unserer Welt so omnipräsent, dass man sie oft als gegeben hinnimmt und gar nicht genauer fragt, warum Steckverbinder eigentlich so funktionieren, wie sie das tun. Heteronormativ, male <> female. Welche Grundkonzepte gibt es, und was sind die Ideen dahinter?

Doch das eigentlich Spannende sind ja die Dinge, die seltener vertreten sind, vor allem in einem Feld, in dem viel genormt ist und noch mehr nur als 'Industriestandard' existiert. Und so sind die interessantesten Steckverbinder oft die, die nicht in die üblichen Kategorien passen, warum auch immer.

Zu Johannes Frielingsdorf

Johannes Frielingsdorf ist ein Elektroniker aus Leidenschaft. Wenn er nicht an der TH Köln am Laserradar bastelt, die Technik bei einer Veranstaltung betreut oder Wetterballons an die Grenze des Weltalls schickt, arbeitet er wahrscheinlich an seinem Smart Home oder einer anderen Idee, die man mit einer Platine, elektronischen Bauelementen und Lötzinn realisieren kann.

Grüner Wasserstoff in der Energiewende – Verbindungen der Elemente und der Wirtschaft Vortrag

02.10., 14:00 Uhr, Berta Benz
Thomas Regier

Strom aus Wasserstoff (H2) und das H2-Auto sind wohl zwei der meistgenannten und -bekannten H2-Anwendungen.

Strom aus H2 wird aber vermutlich erst dann eine bedeutende Rolle spielen, wenn bereits 70-80 % der anderen Wasserstoffanwendungen weitgehend CO2-neutral umgesetzt wurden. Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass das H2-Auto auch zukünftig eine Nischen-Anwendung für seltene Spezialfälle bleibt.

Warum ist das so? Welche Anwendungen für grünen H2 sind besonders wichtig? Und wie könnte eine weltweit vernetzte Wasserstoff-Wirtschaft funktionieren? Dies sind Fragen, die sich nur mit Informationen zum Hintergrund und zur Datenlage beantworten lassen.
Vielleicht wird H2 wichtiger sein, als viele heute annehmen, und trotzdem ohne teure Spezialschiffe auskommen. Und möglicherweise sind einige weitverbreitete Argumente für oder gegen Wasserstoff zwar zutreffend, aber eigentlich nebensächlich.

Zu Thomas Regier

Thomas Regier studierte Wirtschaftswissenschaften (B.A.) sowie Mathematik (Diplom) an der Universität Bielefeld mit den Nebenfächern Psychologie und Philosophie.

Seit 2010 befasst er sich beruflich mit Analysen, mathematischen Modellen und künstlicher Intelligenz im Rahmen fächer- und branchenübergreifender Thematiken.

Im Jahr 2020 begann er mit der Arbeit für eine Firma, die hohen Anspruch und Werte optimal für ihn vereinte: mit dem primären Ziel, den CO2-Ausstoss (von Bestandsimmobilien) zu reduzieren.

Thomas Regier lebt in Berlin, Mannheim und Las Palmas de Gran Canaria.

Wieviel Glück braucht es, dass es uns gibt? Vortrag

02.10., 14:00 Uhr, Carl Benz
Prof. Kathrin Altwegg

Ende März hat die NASA angekündigt, dass der 5000ste Planet ausserhalb des Sonnensystems entdeckt wurde. Man schätzt allerdings die Zahl der Planeten im Universum auf weit mehr als 10^22. Warum haben wir dann die andern noch nicht gehört? Wo bleiben die Aliens? Wieviel Glück braucht es, dass es uns gibt? Eine kurze Geschichte des Universums, des Sonnensystems und des Lebens auf unserem Planeten bringt einige Antworten auf diese Fragen. Wie lange das Glück noch anhält, liegt in unseren Händen, aber nicht nur. Dieser Vortrag soll einige Denkanstösse zu uns Menschen und unserem astronomischen Umfeld geben.

Zu Prof. Kathrin Altwegg

Kathrin Altwegg wollte ursprünglich Archäologin werden. Ihre Matura legte sie 1970 am Gymnasium in Solothurn ab. Dann nahm sie das Studium der Physik an der Universität Basel auf und war dort die einzige Frau in ihrem Jahrgang. 1980 doktorierte sie an der Universität Basel bei der Physikprofessorin Iris Zschokke. Sie arbeitete zwei Jahre in der Abteilung für Physik und Chemie als Postdoc an der University of Technology, Design and Architecture in New York. 1982 wurde sie an der Universität Bern Mitglied der Forschungsgruppe von Hans Balsiger im Bereich Weltraumforschung und Planetologie. Dort befasste sie sich mit dem Bau des Ion Mass Spectrometer (IMS), einem Instrument der Raumsonde Giotto für die Erforschung des Kometen Halley. 1996 vollendete sie ihre Habilitation im Fachbereich Sonnensystem. Im selben Jahr wurde sie Chefin des Projekts Rosina, das die Erforschung des Kometen Churyumov-Gerasimenko zum Ziel hat. Das Projekt umfasste mehrere Instrumente für die Sonde Rosetta.

Walk the talk 2023 – Babyboomers guide to digital communication Vortrag

02.10., 14:00 Uhr, Toulon (A030)
Stefan Puchta

Bedürfnisse, Erwartungen, Beziehungen, Reize, Inhalte.... Viele Aspekte spielen in der Kommunikation ein Rolle.
Nach welchen Kriterien soll ich nur bei der Auswahl von Kommunikationsformen vorgehen?
Ich zeige einige provokante Thesen zur beruflichen und privaten Kommunikation in der Gegenwart und hoffe, mit dem Publikum eine fruchtbare Diskussion anzustoßen.

Zu Stefan Puchta

Autodidakt und Akademiker: Vom Computerkid zur Business-IT-Schnittstelle eines Weltkonzerns in 40 Jahren.
Meinen Abschluss in Informatik habe ich sehr spät gemacht und sie spielt auch jetzt nur eine Nebenrolle.
Mich selbst würde ich als Pragmatiker mit konzeptionellen Anspruch bezeichnen.
1966 geboren, kenne ich die Beziehungen zwischen Menschen in vielen Varianten und aus vielen Perspektiven. Aus dem Amusement und den Schmerzen, mich selbst und andere bei Missverständnissen zu beobachten, ist eine private Obsession erwachsen: Ich denke ständig drüber nach, wie man Kommunikation gestalten sollte...

Die Epidemic Risk Markets Plattform: Verbindungen, um die wirtschaftliche Resilienz gegenüber Pandemien zu erhöhen Vortrag

02.10., 14:00 Uhr, Windsor (A309)
Dr. Gunther Kraut

Die aktuelle COVID-19-Pandemie verursachte einen erheblichen Schock für die Weltwirtschaft. Wie die Forschung zeigt, werden pandemische Krankheitsausbrüche in Zukunft immer häufiger auftreten und immer größere Auswirkungen haben. Dieser Vortrag befasst sich mit der Frage, wie ein Finanzökosystem geschaffen werden kann, das gegenüber künftigen Epidemien widerstandsfähiger ist und die individuellen finanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen minimiert. Grundlegende Hürden der Versicherbarkeit verhindern die Bereitstellung von ausreichender Kapazität für Versicherungslösungen, um das Ausmaß potenzieller wirtschaftlicher Verluste zu bewältigen. Davon ausgehend wird eine Marktplattform für Risikotransformation beschrieben, die eine breitere Beteiligung von Kapazitätsanbietern ermöglicht. Aufbauend auf einem Spezialrisiko-Marktsegment wird im Weiteren analysiert, wie Regierungen zusammen mit privatwirtschaftlichen Investoren zu einer beschleunigten Industrialisierung beitragen können.

Zu Dr. Gunther Kraut

Während seines Studiums der Finanz- und Wirtschaftsmathematik and der TU München war Gunther ebenfalls intensiv mit dem Aufbau des MHNs beschäftigt, das er mitgegründet hat. Seine akademische Ausbildung hat er mit einem postgradualen Wirtschaftsabschluss und einer Promotion in Risikomanagement und Versicherung vervollständigt.
Mittlerweile ist Gunther ein erfahrener Rückversicherungsexperte und als Global Head of Epidemic Risk Solutions bei Munich Re tätig. Bereits 2013 hat er das erste Pandemierisiko-Retrozessionsprogramm von Munich Re strukturiert und neben anderen Tätigkeiten schließlich die aus einem Innovationsprojekt hervorgegangene Geschäftseinheit Epidemic Risk Solutions mit sowohl Preisgestaltungs- als auch Zeichnungsverantwortung und einem globalen Mandat initiert. Das Produktspektrum der Einheit umfasst Betriebsunterbrechungsversicherung, Lebensrückversicherung, PPP-Lösungen und Risikoplatzierung an den Kapitalmärkten.
Gunther lebt inzwischen in Singapur.

Mensa-IQ-Test Workshop

02.10., 15:30 Uhr, Windsor (A309)
Joachim Degner

Beim Mensa-Intelligenztest handelt es sich um einen normierten, wissenschaftlich fundierten IQ-Test, der verschiedene Bereiche der Intelligenz, unter anderem Sprach- und Zahlenkompetenz, Gedächtnisleistung und räumliches Vorstellungsvermögen abprüft. Für die Teilnahme am Test sind sehr gute Deutschkenntnisse erforderlich, damit die Aufgaben sicher und schnell verstanden werden.

Anmeldung unter https://db.mensa.de/edetail?mpn=Tests&eid=4734306700002

Zu Joachim Degner

Joachim Degner war Planungs-Ingenieur bei einem großen Industrie-Roboter-Hersteller in Augsburg, ist aber seit Mitte 2022 im Vorruhestand (ATZ).
Er ist Mensa-Mitglied seit 1986.

Mensa-IQ-Test (sprach- & kulturfrei) Workshop

02.10., 17:45 Uhr, Windsor (A309)
Joachim Degner

Beim sprach- und kulturfreien Mensa-Intelligenztest handelt es sich um einen normierten, wissenschaftlich fundierten IQ-Test, der Intelligenz sprach- und kulturfrei abprüft. Für die eigentliche Testdurchführung sind keine Sprachkenntnisse erforderlich; allerdings erfolgen die Erklärungen zur Durchführung des Tests auf Deutsch und/oder Englisch. Falls dies nicht ausreicht, kann der Testteilnehmer für die Erklärungen einen Sprachmittler/Dolmetscher mitbringen.

Anmeldung unter https://db.mensa.de/edetail?mpn=Tests&eid=4734406700002

Zu Joachim Degner

Joachim Degner war Planungs-Ingenieur bei einem großen Industrie-Roboter-Hersteller in Augsburg, ist aber seit Mitte 2022 im Vorruhestand (ATZ).
Er ist Mensa-Mitglied seit 1986.

Nationale Identität(en) in griechischen Schulliedern des neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts Vortrag

03.10., 09:30 Uhr, Berta Benz
M.A. C. Ersin Mihci

Griechenland widmete sich nach seiner Unabhängigkeit der Aufgabe eine eigene, nationale Identität zu schmieden. Dieser Prozess stellte sich jedoch als überaus komplex heraus, da bei der neuen kulturellen Ausrichtung verschiedene Herangehensweisen aufeinandertrafen. Die Frage, wie nun die neu-griechische Identität auszusehen habe, spiegelte sich auch in der Musikkultur Griechenlands wider. Dies galt insbesondere für den Musikunterricht an Schuleinrichtungen, wo das zukünftige nationale Kollektiv herangebildet wurde. Dieser Vortrag möchte anhand von griechischen Schulliedern Beispiele des Identitätsdiskurses präsentieren und zeigen welchen Modellen und Konzepten sie folgten. Der erste Teil des Vortrages wird sich auf westeuropäische Modelle konzentrieren, die in griechische Schulliedanthologien Anwendung fanden. Der zweite Teil des Vortrages wird der Frage nachgehen, warum diese Modelle sich aufgrund der sozial-politischer Realität im 20. Jahrhundert nicht durchsetzten.

Zu M.A. C. Ersin Mihci

Ersin Mıhçı studierte Musikwissenschaften und spanische Literaturwissenschaften an der Universität Heidelberg und schloss sein Studium 2011 mit dem Magister Artium ab. Er steht kurz davor seine Dissertationsschrift „Forging national music on both sides of the Aegean in the 19th and 20th centuries” im Rahmen des Graduate Programme for Transcultural Studies (GPTS) am Cluster of Excellence Asia and Europe in a Global Context abzuschließen. Er hielt Vorträge an internationalen Konferenzen und unternahm längere Forschungsaufenthalte in Griechenland und am Orient-Institut Istanbul.
Seit 2015 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Editionsprojekt Corpus Musicae Ottomanicae tätig.

Beziehungstatus Mensch – Maschine: Selbstbestimmung als neue Herausforderung Vortrag

03.10., 09:30 Uhr, Carl Benz
Clarissa Henning

Verbindungen – wir sind permanent verbunden, mit und durch Maschinen. Kommunikation ist heute nicht mehr (nur) als Sprache, Schrift oder Bild zu verstehen, sondern vornehmlich als Datenübertragung. Wir sind und fühlen uns nicht mehr nur verbunden mit anderen Menschen, sondern auch mit digitalen Diensten. Wir sprechen mit Alexa, Pepper oder Siri, die uns 24/7 begleiten. Mittels unserer Daten geben wir mehr über unsere Persönlichkeit preis, als wir selbst über uns wissen. Wer dieses Wissen wofür nutzt, können wir nicht überblicken. Denkt man an datengetriebene Zukunftstechnologien, bergen diese großes Potenzial zur Verbesserung unseres individuellen Lebens und zur Lösung gesellschaftlicher Probleme: (Teil-)Autonom fahrende Fahrzeuge, Pflegeroboter oder auch "nur" der Fitnesstracker an unserem Handgelenk. Warum wir dennoch die Möglichkeiten von digitalen Diensten mitgestalten sollten, damit wir neben den Potenzialen auch unsere (informationelle) Selbstbestimmung sichern.

Zu Clarissa Henning

Clarissa Henning ist seit Februar 2020 Referentin für Datenethik und Digitalkompetenz beim Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg. Seit Dezember 2020 ist sie persönliche Referentin des Landesbeauftragten Dr. Stefan Brink.
Zuvor war Clarissa Henning Wissenschaftliche Mitarbeiterin mit geschäftsführenden Tätigkeiten im Institut für Digitale Ethik (IDE) an der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart.
Ihr Magisterstudium der Neueren Deutschen Literatur- und Medienwissenschaft (HF), Psychologie und Älteren Deutschen Literatur- und Sprachwissenschaft (NF) schloss Clarissa Henning 2007 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ab.
Sie ist seit Jahren nebenberuflich als Lehrbeauftragte tätig. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Privatsphäre und Datenschutz, Privacy und Ethics by Design, Mediensemiotik (audio-visuelle Medien), Digitale Ethik (Mediennarrative, Big Data, Mensch-Maschine-Interaktion).

Wie 2001 alles begann und wie alles weiterging – die Geschichte des MHN Workshop

03.10., 09:30 Uhr, Toulon (A030)
Alexander Scivos

Wir wollen uns gemeinsam mit euch interaktiv an 20 Jahre MHN und Mind-Akademie erinnern.

Wie entstand die Idee zum Mind-Hochschul-Netzwerk MHN?

Welche Schwierigkeiten mussten wir zu Beginn und im weiteren Verlauf umschiffen?

Was waren unsere "Erfolgsfaktoren" und "Fallstricke" bei der Weiterentwicklung des Netzwerks und was könnt ihr daraus möglicherweise für andere Netzwerke und ehrenamtliche Projekte lernen?

Was waren die besonderen Highlights und Tiefpunkte in 20 Jahren?

Und wie kann es weitergehen?

Ihr könnt als Teilnehmer des Workshops eure eigenen Erinnerungen einbringen und dadurch das Gesamtbild anreichern, das wir vom dynamischen Projekt zeichnen. Natürlich seid ihr auch willkommen, wenn ihr einfach nur neugierig auf die Phasen seid, die ihr verpasst habt.

Zu Alexander Scivos

Alexander Scivos, geboren 1972 bei Stuttgart, studierte in Freiburg (Deutschland), Moskau (Russland) und Hamilton (Kanada) Biologie, Philosophie, Informatik und Mathematik. Er hat ehrenamtlich als Kursleiter für Improvisationstheater und im Softskill-Bereich (Entscheidungsfindung, Projektmanagement, Moderation) gearbeitet und verdient sein Geld als Schulungsreferent bei SAP.

2001 gründete er mit Cornelia Plöger, Gunther Kraut und Davoud Taghawi-Nejad das MinD Hochschul Netzwerk (MHN).
Er war mehrere Jahre lang in der Organisation des MHN und der MIND-AKADEMIE (jetzt Mind-Akademie) beteiligt und ist Mensa-Ehrenmitglied.

Symbole und Rituale der Freimaurer – Ihr Beitrag zur offenen Gesellschaft Vortrag

03.10., 11:00 Uhr, Berta Benz
Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün

Der Vortrag zeigt anhand der Symbole und Rituale der Freimaurer, dass wir selbst durch die Rollen, die wir im alltäglichen Leben spielen, nicht anders funktionieren wie eine Inszenierung im Theater und die Lebenswirklichkeit der Menschen in der Weise entsteht, wie wir als Akteure und Ensembles eine offene Zukunft gestalten.
Wir erwarten stets, dass das Denken etwas erkennt, was schon da ist. In der Freimaurerei begegnen wir Symbolen und Ritualen, die uns damit vertraut machen, dass es in der Welt der Menschen anders vor sich geht. Während in der Liturgie der christlichen Kirchen der Glaube vorherrscht, dass die Inszenierung – Gebete, Wandlungen, Taufen, Erlösung – zugleich der Vollzug der Sache ist, trennt die Freimaurerei die Inszenierung von der Sache selbst. Sie erzeugt dadurch das Bild eines Menschen und einer Gesellschaft, das nur im Vollzug der Rituale seine Wirklichkeit hat – mit der Hoffnung, dass die Wirklichkeit dem in weiter Zukunft einmal ähnlich werden könnte.

Zu Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün

Klaus-Jürgen Grün ist freischaffender Wissenschaftler und außerplanmäßiger Professor für Philosophie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Er hat neben Philosophie, Geschichte und Mathematik auch Geschichte der Naturwissenschaften studiert. In seinem Philosophischen Kolleg für Führungskräfte (www.philkoll.de) werden die Bewegungsmuster der Anpassung und der Kritik, des falschen Denkens und der gefährlichsten Lehren offengelegt. Seine Teilnehmer erfahren die Herausforderung, ihre letzten Prämissen zur Diskussion zu stellen und die Angst vor dem Verlust tröstender Ideologien zu kontrollieren. Im Sommer 2003 wurde er als Gründungsmitglied Vizepräsident des Ethikverbands der deutschen Wirtschaft e. V. Klaus-Jürgen Grün ist seit 1993 Freimaurer und hat dort neben seinen Ämtern zumeist im Zusammenhang mit Freimaurerforschung verschiedene Beiträge und Bücher publiziert.

Digitale Vernetzung, Abhängigkeit und Souveränität: Sollten wir beunruhigt sein? Vortrag

03.10., 11:00 Uhr, Carl Benz
Prof. Dr.-Ing. Ulrich Greveler

Die digitale Welt ist vielschichtig vernetzt: IT-Systeme, Dinge und Geräte, Clouds, menschliche Kommunikation und Wissens-Repositorien. Diese soziotechnische Entwicklung ist nicht aufzuhalten, jedoch weiterhin zu gestalten und zu regulieren. Vernetzung wird zur unverzichtbaren Infrastruktur, ihre Kontrolle und Bewirtschaftung werden trotz Ortsunabhängigkeit zum geopolitischen Machtfaktor. Wie abhängig sind wir als Individuum, Gruppe, Gesellschaft, Industrie oder Ökonomie von dieser Infrastruktur, die weit über Leitungsbetrieb hinausgeht? Müssen wir uns hier vor neuen Gegnern oder alten Freunden schützen? Benötigen wir regionale oder europäische Souveränität? Gibt es den Plan B, wenn globale Vernetzung versagt? Oder verwenden wir längst selbst organisierende Strukturen, die als Aufbauorganisation unzerstörbar sind, da sie Ausfälle kompensieren und ständig neue Verknüpfungen hervorbringen?
Die präsentierten möglichen Antworten könnten beunruhigen oder entspannen. Finden wir es heraus.

Zu Prof. Dr.-Ing. Ulrich Greveler

Ulrich Greveler studierte in Gießen und Reading (UK) Mathematik und Informatik, arbeitete sechs Jahre in der Industrie im In- und Ausland, bevor er als Wissenschaftler an die Ruhr-Universität nach Bochum wechselte. Seit 2012 lehrt er Informatik mit dem Schwerpunkt IT-Sicherheit an der der Hochschule Rhein-Waal. Sein besonderes Interesse gilt datenschutzfördernden Technologien und dem Spannungsverhältnis zwischen Privatsphäre und digitaler Vernetzung. Ein persönliches Motto ist: „Immer der Erste am Buffet!“